Douglas Coupland – JPod, eine Satire unserer Zeit

Satire, Coupland, MassenkulturDie Satire ist ein Mittel, das seit jeher Eingang in unsere Literatur findet. Es ist der höhnische Spott, der so manches Thema, über das ohnehin alle Welt redet, weil es zu ihr gehört wie die Butter auf das Brot, aus einer anderen, einer komischen Sicht unter die Lupe nimmt. Satirisch zu denken, liegt denke ich in jedem von uns. Satirisch zu schreiben, so dass es auch bei anderen ankommt, ist hingegen eine Kunst, die nur wenige beherrschen. Douglas Coupland darf man hier ohne Bedenken anführen, sein neues Meisterwerk „JPod“ ist der beste Beweis.

Die Ähnlichkeit zu einem multimedialen Gehilfen des 21. Jahrhunderts sollte jeder im Namen erkannt haben und so liegt auch das Thema, über das Coupland satirisch schreibt, auf der Hand. Ethan Jarlewski ist Teil einer ganz eigenwilligen Gruppe von Experten. Er und seine fünf Kollegen, deren Nachnamen ebenfalls mit einem J beginnen, sitzen Tag für Tag in JPod fest, einer Art Vorhölle, die ihrerseits von der Außenwelt abgeschnitten und Teil einer gigantischen Spieldesignfirma ist. Die JPodder haben große Meinungsverschiedenheiten mit der Marketingabteilung, die sich noch mehr nutzlose Kniffe in einem ohne Frage nutzlosen Spiel wünscht. Doch nicht nur das, Ethans Privatleben verläuft ebenso weltfremd. Es ist charakterisiert durch mordende Mütter, Illegale aus Asien und Menschenschmuggler. Was Coupland damit sagen will, ist, wie sehr sich unsere heutige Menschheit hin zur Massenkultur entwickelt. Überzeugen kann sich jeder davon am heutigen Mittwoch, wenn der gebürtige Deutsche um 20 Uhr im Berliner Postbahnhof aus seiner neuen Satire vorliest.


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