Disziplinierte Künstler gegen behäbige Elefanten

Was wurde nicht alles im Vorfeld der Fußball-WM über die Todesgruppe G gesprochen? Eine Gruppe mit dem Rekordweltmeister Brasilien, der nicht mehr mit den Sambaprotagonisten früherer Tage zu vergleichen ist, sondern sich durch Disziplin und wahnsinnige Effizienz charakterisiert, den seit Jahren im Weltfußball integrierten Portugiesen, dem wohl stärksten afrikanischen Team, der Elfenbeinküste, und den unberechenbaren Helden aus Nordkorea, denen mit Verlaub nicht zu Unrecht kaum jemand eine Chance auf das Achtelfinale gab. Nun hat sich Nordkorea gegen Brasilien verdammt gut aus der Affäre gezogen, auch weil diese wenig spielerische Brillanz zeigten. Am Sonntag trafen sich dann Brasilien und die Elfenbeinküste zum ersten, wirklichen Knallerspiel dieser Weltmeisterschaft.

Luis Fabiano, Yaya Toure, Kaká, Didier Drogba und Robinho – allein die Aufstellungen beider Mannschaften deuteten auf ein Wahnsinnspiel hin. Dies wurde es dann auch, zumindest was die taktischen Raffinessen und eisenharte Zweikampfführung anging. Spielerisch neutralisierten sich beide Teams zunächst, so waren ein genialer Pass von Kaká und der folgende Abschluss von Luis Fabiano das Einzige, was wir im ersten Durchgang zu sehen bekamen. Schwungvoller wurde es im zweiten Abschnitt, wenngleich das zweite Tor von Brasiliens einziger Spitze bei genauer Betrachtung als irregulär gewertet hätte werden müssen. Brasilien ließ das ein oder andere Mal seine Klasse aufblitzen, auch wenn sie das temporeiche Spiel vergangener Tage nach wie vor vermissen ließen. Ein wenig schade war, dass zum Ende hin ein wenig die Nerven blank lagen, die Ivorer durch unschöne Aktionen ihren Frust verdeutlichten und Brasiliens Star Kaká sich zu einem unnötigen Platzverweis hinreißen ließ. Trotz alledem sehen wir eine WM, die langsam aber sicher Fahrt aufnimmt und eben nicht nur das einfallslose Anrennen und nachhaltige Stolpern eines Weltklasseteams gegen einen Underdog für uns parat hält.


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