Die Wahrheit über Hardcorerocker

Es ist immer spannend, wenn Enthüllungsgeschichten an die Öffentlichkeit dringen und alle Welt über Geheimnisse informiert wird, deren Offenlegung bereits sehnlichst erwartet wurde. In leichter Form war das die Bekanntgabe Jogi Löws, er nehme einen Andreas Beck nicht mit zur WM. Etwas schärfer gestaltet sich das Werk Omara Nasiris, über das ich erst kürzlich berichtete. Ähnlich wie die Geschichte des Al Qaida-Spions gestaltet sich auch „Höllenritt“ von Ulrich Detrois, die Geschichte des ehemaligen Hells Angel Bad Boy Uli. Der ehemalige Bordellbesitzer, Schläger und Drogendealer hat sich vor einiger Zeit von seinem Doppelleben gelöst, um wieder jenes aufzunehmen, dem er einst entsprungen ist.

Er stammt aus äußerst gutbürgerlichen Verhältnissen und dennoch ist aus Uli etwas geworden, über das beinahe wöchentlich in den Nachrichten, unter anderem auf bild.de, berichtet wurde. Die rivalisierenden Kämpfe der Hells Angels und der Bandidos wurden offiziell vor kurzem für beendet erklärt, das macht die zahlreichen Todesopfer der Vergangenheit aber auch nicht wieder lebendig. Die kriminellen Machenschaften, von denen auch Uli erzählt, werden ohnehin nicht so schnell aus dem Leben verschwinden. Er selbst berichtet von seinem ersten Bordell, von verkauften Drogen und von Leuten, die er krankenhausreif geschlagen hat. Er spricht über seinen Aufstieg, der ihn bis zum Vizepräsidenten eines großen deutschen Clubs führte. Er schreibt aber auch über das Leben danach, über die täglichen Drohungen, die in seinem Briefkasten landen. Das ist nichts für zarte Nerven, denn das Bild des Easy-Riders, der allein nach Freiheit und Abenteuer strebt, ist längst passé. Heutzutage greifen die Biker nicht allein zu Sonnenbrille und Halstuch, es sind Messer und Schlagstöcke, die sie immer bei sich haben.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter