Die Suche nach einem geeigneten Kabinett

Nicht einmal ein Tag ist vergangen und schon treffen sich die in ihrem Amt bestätigte Angela Merkel und der FDP-Parteivorsitzende Guido Westerwelle bereits zu Koalitionsgesprächen. Niemand zweifelt mehr an einer Schwarz-Gelben Regierung und so ist bereits in den nächsten Tagen mit einer Vereinbarung zu rechnen, zumal beide Parteien auf das wohl von ihnen erreichte Ziel hingearbeitet haben. Nun stellt sich eigentlich nur noch die Frage, welche Gesichter die einzelnen Ministerposten in der kommenden Legislaturperiode bekleiden sollen.

Klar ist wohl, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt, Guido Westerwelle wird Steinmeier als ihren Vertreter ablösen und zudem wohl den Posten des Außenministers übernehmen. Ebenfalls klar scheint, dass die CDU-Abgeordnete Ursula von der Leyen ihre Position als Familienministerin weiterführen wird, auch wenn sie mit einem Wechsel ins Gesundheitsministerium liebäugelt. Hier scheint der bisher nicht groß in Erscheinung getretene Kollege Josef Hecken als Favorit. Ebenfalls als favorisierte Kandidaten werden Ilse Aigner für das Ministeramt der Landwirtschaft und Ronald Pofalla für Arbeit und Soziales gehandelt. Als Justizministerin wird wohl die FDP-Abgeordnete Leutheusser-Schnarrenberger die Nachfolge von Brigitte Zypries antreten.

Über die anderen Bereiche kann bisher nur spekuliert werden. Während unklar ist, ob Wolfgang Schäuble dem Kabinett als Innenminister erhalten bleibt oder nicht doch Lothar de Maiziere seinen Posten übernimmt, herrscht Klarheit über die weitere Regierungsbeschäftigung vom jetzigen Wirtschaftsminister Carl-Theodor von und zu Guttenberg. Nicht ganz klar ist jedoch, welchen Posten der CSU-Abgeordnete einnimmt. Der guten Arbeit im vergangenen Jahr könnte die weitere Anstellung im Wirtschaftsbereich folgen. Er wird aber genauso für das Finanzministerium gehandelt, wie auch konkurrenzlos für das Amt des Verteidigungsministers. Um das Amt des Finanzministers streiten sich zudem Roland Koch, CDU, und Otto Solms von der FDP. Neuer Wirtschaftsminister könnte auch Rainer Brüderle werden, obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, ob die FDP sowohl das Amt des Wirtschafts- als auch das des Finanzministers erhält.

Ein Dreikampf spiegelt sich auch bei der Vergabe der Bildungszuständigkeit, wo vieles von der Entscheidung von Annette Schavan abhängt. Neben ihr scheinen die aus dem Osten stammenden Katherina Reiche (CDU) und Cornelia Pieper (FDP) als aussichtsreiche Kandidatinnen. Reiche scheint neben ihrer Parteikollegin Tanja Gönner zudem für den Posten der Umweltministerin geeignet. In Sachen Verkehr und Entwicklungshilfe hat Peter Ramsauer von der CSU die besten Karten, aber auch Volker Kauder von der CDU könnte hier ein Alternative darstellen. Je nachdem, ob de Maiziere Nachfolger Schäubles wird, würde Parteikollege Norbert Röttgen sein Amt als Minister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes übernehmen. Die größte Unklarheit herrscht im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung, für den bisher noch kein Kandidat für die Nachfolge Wieczorek-Zeul bekannt ist.

So darf gespannt darauf gewartet werden, auf welche 16 Mitglieder sich das neue Zweigestirn Merkel-Westerwelle einigen wird und wer bei der Vergabe leer ausgeht.


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