Die schönsten Bücher: Sport

Man mag es kaum glauben, doch Sport ist noch mehr als allein die aktive Teilnahme an Wettkämpfen und das Unterliegen ständiger Zielsetzungen, Sport kann eine richtige Lebenseinstellung sein. Er dient als soziale Komponente, stellt Kontakte her und schult mit den ihm eigenen Regeln den Charakter der Menschen. Grund genug für uns, einige ganz besondere Bücher mal genauer unter die Lupe zu nehmen und eine TopFive der besten Sportbücher zusammenzustellen. Nachdem wir uns in der letzten Woche einer TopFive der Fantasy-Sagen gewidmet haben, holt uns die Realität in dieser Woche zurück auf die Skier, nach Wimbledon und auf den heißen, trockenen Asphalt von Paris. Wer sonst könnte uns das besser erzählen als diejenigen, die es selbst erlebt haben?

Platz 5: Der Goldschmied von Joachim Franke

23 Weltmeistertitel und ganze 9 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Franke ist stolzer Besitzer des Bundesverdienstkreuzes und das als ein ehemaliger Erfolgssportler und – trainer der DDR. Franke gelang das, was nicht vielen zustand: Er schaffte es trotz der deutschen Zusammenkunft auch in der neuen Region Fuß zu fassen und das zu machen, was er am besten kann – jungen Talenten den Glauben an die eigene Stärke zu vermitteln. Wie ihm das gelingt, verrät der ehemalige Weltklasse-Eishockeyspieler in seinem Werk, das authentischer nicht wirken könnte.

Platz 4: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede von Haruki Murakami

Mehr als jedes andere Buch in dieser Topliste vermittelt diese Hommage an den Sport die wirkliche Kraft und Leistung, welche in ihm steckt. Murakami ist keiner, der mit seinem Sport Millionen gemacht oder etliche Medaillen gesammelt hat, keiner, dessen Topleistungen von Tausenden Zuschauern im Stadion bejubelt werden. In erster Linie ist er ein Autor. Aber einer, der nicht nur tolle Bücher über das Leben schreibt, sondern sich die Ideen dafür aus dem alltäglichen Leben und seinen Erfahrungen mit dem Sport zieht. Hier hat jemand wirklich verstanden, worum es eigentlich geht.

Platz 3: Open von Andre Agassi

Andre Agassi schaffte es fast kometenhaft an die Spitze der Weltrangliste, genauso kometenhaft gestaltete sich auch sein Weg bergab. Agassi galt immer als einer, der die Vorzüge des Lebens genoss, einer der rebellierte, als einer, dem das Drumherum wichtiger schien als der Sport, den er betrieb. Später schaffte er es zurück an die Spitze. Heute engagiert sich Agassi viel in sozialen Projekten, unterstützt hilfsbedürftige Kinder. Es scheint, als sei dieses ständige Bergauf und Bergab der Grund dafür, dass Agassi endlich verstanden hat, was im Leben eines Menschen wichtig ist.

Platz 2: Jede Sekunde zählt von Lance Armstrong

Lance Armstrong war auch vor seiner schweren Krebserkrankung ein guter Radfahrer, konnte bereits 1993 eine Etappe bei der Tour de France gewinnen. Als große Hoffnungen in ihn gesetzt wurden, diagnostizierten die Ärzte Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, die Karriere schien gelaufen. Doch Armstrong kämpfte sich zurück ins Leben und zurück aufs Rad. Er schien stärker denn je. Als erster Fahrer gewann er die Tour sieben Mal in Folge. Gestärkt mit einem neuen Lebenswillen und dem tiefen Glauben an die eigene Stärke gelang ihm der Sprung zurück an die Spitze, dank des Mediums Sport zurück ins Leben.

Platz 1: Königsadler von Janne Ahonen

Janne Ahonen begeisterte mich bereits in Kindestagen und irgendwie steht er noch heute in der Skisprungelite. Seit ich denken kann, gab es kaum eine Vierschanzentournee, in der Ahonen nicht mit um den Sieg gesprungen ist. Trotz alledem ist er äußerst bodenständig, wirkte stets respektvoll im Umgang mit denjenigen, die weiter sprangen als er und ist ganz nach finnischer Tradition vollkommen bescheiden. Was Ahonen aber noch mehr von den anderen abhebt, ist die gesunde Einschätzung seines Sports. Die Kritik an diesem, genauso wie der angesprochene Erfolgsdruck, der in ihm zum alltäglichen Geschehen gehört, wirkt bei Ahonen ernstgemeint und ist keinesfalls der Versuch zurück ins Rampenlicht zu gelangen, denn dort steht er nach wie vor.


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  1. […] zu bringen, die andere eventuell begeistern könnten. In der letzten Woche ging es in unserer TopFive der schönsten Bücher um das Genre Sport, heute ist es ein Thema, das sich von vornherein weniger abgrenzen lässt. Nehmen wir es genau, […]

    6.09.2010
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