Die schönsten Bücher – Klassiker der Literaturgeschichte

Nachdem wir in der letzten Woche einen kleinen Ausflug in die Welt der Zukunft gewagt und uns die schönsten Bücher zum Thema Science Fiction angeschaut haben, möchte ich für die TopFive in dieser Woche ein wenig die Uhr zurückdrehen und den Leuten gedenken, die aufgrund ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten nicht nur ihre Zeit prägten, sondern uns noch heute in Erinnerung bleiben. Diese Topliste ist aus meinen ganz individuellen Erfahrungen mit klassischer Literatur entstanden, wobei es mir wichtig erscheint, lediglich ein Werk der jeweiligen Autoren als stellvertretend für ihr Gesamtwerk vorzustellen.

Platz 5: Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing

Klassische Trauerspiele sind immer durch ein wenig Kritik an den zeitlich gegebenen politischen Missständen gekennzeichnet. Zwar geht es bei Lessing um das allgegenwärtige Motiv der Liebe, da es ein Stück der Aufklärung ist, zeigt sich aber auch die Problematik des selbstgefälligen und rücksichtslosen Verhaltens der Oberschicht. Die bürgerliche Emilia wird zum Opfer einer Intrige, in welcher der ständige Dualismus von alten feudalen Werten und dem neuen bürgerlichen Bewusstsein gegenwärtig scheint. Neben Emilia erscheint vor allem ihr Vater Odoardo als tragischer Held der lessingschen Tragödienphilosophie.

Platz 4: Kabale und Liebe von Friedrich Schiller

Man muss vielleicht von vornherein sagen, dass ich persönlich nicht viel für Schiller übrig habe. Dennoch kann selbst ich nicht abstreiten, dass der gebürtige Marbacher einen der führenden Literaten unserer Kulturgeschichte darstellt. Neben seinem Theaterstück „Die Räuber“ und den späteren philosophischen Schriften dürfte vor allem das 1784 uraufgeführte Stück „Luise Millerin“, heute besser bekannt als „Kabale und Liebe“, in welches es auf Rat eines der Schauspieler umbenannt wurde, bekannt sein. Ebenfalls als bürgerliches Trauerspiel inszeniert, behandelt es die Liebe zwischen einem Adligen und einer Bürgerlichen. Anders als bei Lessing sind es hier vorrangig die Eltern des Paares, die der ständeübergreifenden Beziehung Schranken in den Weg stellen.

Platz 3: Die Odyssee von Homer

Homer gehört zur absoluten Pflichtlektüre, schon allein deshalb, weil er uns als erster heute bekannter Autor der Antike charakterisiert ist und alles Nachfolgende sich auf ihn bezieht, zumindest an ihm gemessen werden muss. Die zahlreichen Abenteuer, die sein Hauptakteur Odysseus während des Werkes durchlaufen darf, führen ihn in den Kampf gegen Zyklopen und Meeresungeheuer, beinahe auch in die Fänge von Sirenen, die mit ihrem atemberaubenden Gesang bereits manchen Seefahrer um den Verstand gebracht haben. Noch heute wird der Begriff, den Homer einst als Titel verwendete, synonym für lange Irrfahrten genutzt, der Reisende Odysseus ist noch heute jedem ein Begriff.

Platz 2: Faust von Johann Wolfgang von Goethe

Ich habe es mir vorab lange überlegt, wer in dieser TopFive den Platz an der Sonne einnehmen sollte, die Entscheidung gegen Goethe war letztlich darin begründet, dass der besser Platzierte noch mehr einzelne Werke verfasst hat, die wir in dieser Rangliste hätten verwenden können. Dennoch wäre auch die Geschichte um Dr. Fausten Platz 1 wert. Nicht umsonst handelt es sich hier um eine in der Literatur häufig verwendete Thematik. „Nun steh ich hier, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor“ ist nur einer der zahlreichen Ausschnitte, die mir aus dem Pakt des lebensmüden Doktors, der seine Seele verkauft, und der Satansbrut Mephisto, welche dies schamlos ausnutzt, in Erinnerung haften geblieben sind.

Platz 1: Hamlet von William Shakespeare

„Etwas ist faul im Staate Dänemark“, denn erstmals nach dem EM-Erfolg 1992 wird das Land wieder in Verbindung mit einem Spitzenplatz gebracht. Ganz im Ernst, stellvertretend für Shakespeare hätte ich hier auch „Othello“, „Der Kaufmann von Venedig“ oder „König Lear“ nennen können und wäre trotzdem noch nicht der Vollständigkeit gerecht geworden. Shakespeare ist wohl der größte Literat aller Zeiten, denn ob man ihm nun Plagiatismus vorwirft oder ihn begeistert zitiert, polarisieren tut er ohne Frage. Der Titelheld, Prinz Hamlet, weiß letztlich nicht, ob er ist oder nicht und so scheint der abschließende Exodus als schicksalsgebende Fügung einer der eindrucksvollsten Geschichten aller Zeiten. Für mich war „Hamlet“ der erste Kontakt mit Shakespeare, noch vor „Romeo und Julia“, das Werk schätze ich nach wie vor als das Highlight der shakespeareschen Lektüre.


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  1. […] ich in der letzten Woche über Faust und Hamlet sprach und die schönsten Bücher zum Thema Klassiker der Literaturgeschichte vorstellen durfte, begeben wir uns in dieser Woche wieder ein wenig in die Gegenwart und mit ihr in […]

    23.09.2010
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