Die schönsten Bücher – Biografien

Wir kennen uns selbst, daran sollte in der Regel kein Zweifel bestehen. Auch wenn manche Leute manchmal Dinge tun, die sie später selbst bereuen und sich fragen, wie man so etwas nur tun konnte, der Mensch als Wesen an sich kennt sich selbst am besten. Die Kunst in der TopFive in dieser Woche besteht darin, einen anderen Menschen zu beschreiben. So geht es um fünf Menschen, denen ganz besonders viel Aufmerksamkeit zugestanden wird, wobei in diesem Ranking ganz bewusst darauf geachtet wurde, dass kein Werk in die Auswahl kam, das jemand über sich selbst geschrieben hat. Nach den fünf schönsten Vampirromanen der letzten Woche geht es, wie schon angedeutet, also um die fünf schönsten Biografien.

Platz 5: Mahatma Gandhi von Albrecht Hagemann

Eine der wohl schillerndsten Gestalten des vergangenen Jahrhunderts ist der 1948 verstorbene Mahatma Gandhi, der noch heute als Inbild für den gewaltlosen Widerstand steht. Gandhi setzte sich für die Rechte der in Südafrika beheimateten Inder ein, kämpfte ab 1914 für die Unabhängigkeit seines Landes, um letztlich von einem wahnsinnigen Hindu ermordet zu werden. Hagemann hat anlässlich des 60. Todestages von Gandhi eine Biografie verfasst, die durchaus als Hommage an einen Mann gesehen werden kann, welcher der Welt ein kleines bisschen Frieden schenkte.

Platz 4: Johnny Depp von Brian J. Robb

Brad Pitt, Nicolas Cage, Will Smith, Heath Ledger. Es gibt fast keinen Hollywood-Filmstar, den Robb noch nicht in einem eigenen Werk gewürdigt hat. Das für mich größte Meisterstück ist ihm mit der Biografie eines Rebellen gelungen. Für mich ist die Story eine der komplettesten, die je ein Schriftsteller über einen anderen Menschen verfasst hat. Von Jack Sparrow über Sweeney Todd bis hin zu Donnie Brasco, Robb weiß alles über jede Rolle von und jeden Skandal über Johnny Depp, wobei er selbst zu jeder Zeit beweist, wie sehr er von dessen Wesen beeindruckt ist.

Platz 3: Das Tennisgenie – Die Roger Federer Story von René Stauffer

Womöglich hätte auch ohne das Cover und ohne den Untertitel jeder Sportbegeisterte gewusst, wen Stauffer mit dem „Tennisgenie“ meint. 16 Grand-Slam-Titel, 237 Wochen ununterbrochen an der Weltranglistenspitze, mehr als zehn Millionen US-Dollar Preisgeld in einer Saison. Es gibt wenige Rekorde, die Roger Federer im Tennis nicht aufgestellt und sich so zu einem der größten Sportler der Geschichte der Menschheit aufgeschwungen hat. Wer meint, Stauffer habe nur alle Statistiken durchgewälzt, sieht sich schon ab der ersten Seite getäuscht – hier wird das Wesen Federers inszeniert.

Platz 2: Black or White von Hanspeter Künzler

Für mich ist Black or White der größte Song von Michael Jackson, mal abgesehen von den ersten Gesangsversuchen mit den Jackson Five. Umso verständlicher erscheint mir die Titelwahl von Künzler, der das Werk so gestaltet hat, dass nicht nur Jacksons Karriere mit all seinen Hochs und Tiefs abgelichtet, sondern auch der Versuch angestellt wird, zu erklären, warum das Leben von Jackson so abgelaufen ist. Was dem Leser dabei hängen bleibt, ist neben der wirklich gut geschriebenen Analyse des Lebens von Michael Jackson vor allem ein dunkler Beigeschmack.

Platz 1: Dalai Lama – Mönch, Mystiker, Mensch von Mayank Chhaya

Chhayas größter Vorteil mag sein, dass er seinen Titelhelden persönlich für die eigenen Worte befragen konnte und er dürfte nicht der Einzige sein, der nach seinem Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter von einer spirituellen Begegnung der ganz besonderen Art spricht. Chhaya erklärt uns Tenzin Gyatso, wie der Dalai Lama mit bürgerlichem Namen heißt, als ein komplettes Konstrukt, das aufgrund seiner Botschaft, die es an die Welt vermitteln will, mehr Respekt von uns verdient als viele andere, die weniger für die Menschheit tun.


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