Die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreis 2011

Die Aussage, dass einem die Kindheit beziehungsweise die spätere Jugendzeit am meisten prägt, kommt nicht von ungefähr. Wir lernen in den ersten Lebensjahren die meisten neuen Dinge kennen, treffen erste Freunde und erste wichtige Entscheidungen. Auch die Literatur, die wir in den Anfangsjahren zu sehen bekommen und in der Folge lesen, kann uns prägen. In diesem Jahr wurden genau aus diesem Grund wieder sechs Autoren für ihre Werke, die Themen für Kinder und Jugendliche behandeln, mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis prämiert.

Preisträger Kinderbuch: „Anton taucht ab“ von Milena Baisch

Eigentlich sollte ein Urlaub etwas Schönes sein, doch für WorldWideWeb-Surfer Anton wird der Campingausflug mit seinen Großeltern der reinste Horrortrip. Seine Heimat sind die Chatrooms und kein See mit Badestelle, an der sein Opa die Angelrute auswirft. Brillant erzählt und zu keiner Zeit langweilig, inszeniert Baisch eine Geschichte, die für jeden Jugendlichen so alltäglich scheint.

Preisträger Bilderbuch: „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ von Martin Baltscheit

Jeder kennt den listigen Fabelfuchs, der mit Cleverness stets zum Erfolg kommt, der schnell agiert und so manchen in den Wahnsinn treibt. All das trifft auf den in die Jahre gekommenen Fuchs von Baltscheit nicht mehr zu. Ganz im Gegenteil, er ist vergesslich, träge und ein Schatten früherer Tage. So ist die Geschichte neben einem tollen Bilderbuch auch noch ein Sinnbild des Älterwerdens.

Preisträger Preis der Jugendjury: „Erebos“ von Ursula Poznanski

Wer könnte jugendliche Bedürfnisse und Vorlieben besser nachvollziehen als Jugendliche selbst? Das Werk thematisiert ein modernes Problem. So wird Spielefreak Nick zu einem Gamer, der in Erebos, ein Spiel, eindringt. Er wird Teil der virtuellen Phantasiewelt, in der Jugendliche andere überwachen sollen. Zudem dient es der Kontrolle ihrer Interessen und letztlich der Menschenleben selbst.

Preisträger Jugendbuch: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf

„Tschick“ ist die Geschichte zweier Außenseiter, die gerade einmal über 14 Lenze verfügen. Andrej Tschichatschow, dessen Spitzname zum Titel wird, kam schon des Öfteren alkoholisiert in die Schule. Nun klaut der russische Migrant mit einem weiteren Außenseiter, Maik, einen alten Lada und begibt sich auf die Reise durch die deutsche Provinz, in der die zwei so manch erkenntnisreiche Abenteuer erleben.

Preisträger Sachbuch: „Alles Familie!“ von Alexandra Maxeiner

Die Familie ist das Erste, mit dem ein Kind in seinem Leben konfrontiert wird. Die Mutter bringt einen auf die Welt, der Vater ist im Regelfall der Zweite, der einen im Arm hält. Dazu kommen manchmal Bruder und Schwester, später Großeltern, Onkel und Tanten, Cousinen und Cousins. Auf humorvolle Art wird in diesem Sachbuch alles abgedeckt, was zur Thematik gehört, inklusive Sonderfällen wie Patchwork- oder Regenbogenfamilien.

Preisträger Sonderpreis: „Simpel“ von Übersetzer Tobias Scheffel

Zu guter Letzt wurde noch ein Sonderpreis an den Übersetzer Tobias Scheffel verliehen. Natürlich gibt es auch in anderen Sprachen tolle Geschichten und Themen. Die Jury hat das erkannt und den Wahl-Breisgauer mit der Auszeichnung für seine Übersetzung von „Simpel“ der Französin Marie-Aude Murail prämiert.


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