Die Handschrift der Macht

Der Italiener Niccolo Machiavelli gilt als einer der größten Köpfe der europäischen Geschichte und als der Machtphilosoph schlechthin. Um sein Reich zu verteidigen, muss man schon mal zu eher ungewöhnlichen Mitteln greifen und zum Zeichen seiner Macht auch mal skrupellos handeln, denn in gewissen Situationen ist es von Bedeutung, dass ein Volk seinen Herrscher fürchtet, damit es ihm auf lange Sicht auch gut gesinnt bleibt und sich eben nicht mit Anderen gegen ihn verbündet. Streiten sich mehrere Befreier um ein von ihnen zurückgewonnenes Territorium, gibt es drei Möglichkeiten dies zu regeln. Erstere, die schlechteste, sei der Frieden, die zweite, alle Konkurrenten zu verbannen, die dritte und effektivste jedoch sei sie zu töten.

MachiavelliDinge, die einem heute als äußerst fragwürdig erscheinen, spiegeln im Wesentlichen eine selbst bis dahin ungewöhnliche, aber in der Folge als äußerst gehaltvoll erkennbare, Ansicht wider, die Machiavelli rückblickend eine ganz besondere Rolle unter den Staatsphilosophen einbringen sollte. Autor Ross King, der seinerseits ein absoluter Experte auf dem Gebiet florentinischer Geschichte ist, erklärt in seinem Werk „Machiavelli“, dass dieser durchaus als egozentrisch und teils auch skrupellos angesehen werden darf, zeigt aber auch wie Machiavelli letztlich zum tonangebenden Philosophen geworden ist. Von der Schwäche der florentinischen administrativen Kraft  bis hin zu den Umständen, in denen sich Machiavelli um 1500 befand. King beschreibt das Leben eines früh mit Philosophie in Kontakt gekommenen Jungen, der sich bereits in niedrigem Alter in ein wichtiges politisches Amt wählen ließ und später mit seinen Ansichten nicht nur zum Umdenken, sondern auch zum jahrhundertelangem Orientieren an seinen Grundsätzen, anregte.


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