Die Finalisten des Deutschen Buchpreises Teil 3

deutscher-buchpreis-2013Außenseiter haben es gut. Niemand erwartet etwas von ihnen und dennoch sind sie es häufig, die am Ende ganz oben stehen. Im vergangenen Jahr zählte Ursula Krechel sicherlich nicht zu den heißesten Anwärtern auf den Deutschen Buchpreis. Dementsprechend überrascht wirkte sie auch bei ihrer Dankesrede im Frankfurter Römer. Man wird sehen, wie der diesjährige Sieger bei der Ehrung des Deutschen Buchpreises 2013 auf die Bühne tritt. Wer das Rennen macht, ist bis jetzt nicht abzusehen. Clemens Meyer wird als Favorit gehandelt. Auch die beiden letzten der sechs Kandidaten, die wir heute vorstellen wollen, kommen aber als Nachfolger in Frage. Unterschätzen sollte man weder Mirko Bonné noch Monika Zeiner.

Bonné - Nie mehr NachtMirko Bonné – Nie mehr Nacht

Der Sprung auf die diesjährige Shortlist ist der ganz große Durchbruch für den Übersetzer, Lyriker und Prosaisten Mirko Bonné, der 1965 in Tegernsee das Licht der Erde erblicken durfte. Stark geformt durch Keats und Trakl zeigen seine Gedichte eine zentrale Bewunderung für Landschaft und Erinnerungen. Insbesondere das Verdrängen genießt ein fokussiertes Augenmerk. Im Kern geht es darum auch in „Nie mehr Nacht“. Der Wahlhamburger, der Mitglied des PEN-Zentrums ist, behandelt im nominierten Schriftstück die Reise von Künstler Markus Lee. Dieser soll in der Normandie Brücken zeichnen, die im Zweiten Weltkrieg Bedeutung hatten. Begleitet wird er auf dem Trip von seinem Neffen Jesse. Beide sind gezeichnet vom Suizid von Mutter bzw. Schwester Ira und durchlaufen in der Ferne eine prägende Wandlung.

Zeiner- Die Ordnung der Sterne über ComoMonika Zeiner – Die Ordnung der Sterne über Como

Monika Zeiner kann man durchaus als literarisches Naturtalent beschreiben. Der Sprung auf die Shortlist des begehrtesten Literaturpreises in Deutschland gelingt mit einem Debüt weiß Gott nicht jedem. Die studierte Romanistin und Theaterwissenschaftlerin ist Jahrgang 1971 und eigentlich als Sängerin bekannt geworden. Mit „Die Ordnung der Sterne über Como“ erweist sie sich als Multitalent. Thematisiert wird von Zeiner, die heute in Berlin lebt, eine Dreiecksbeziehung, die nach Jahren der Trennung zumindest teilweise neu aufgewärmt werden soll. Tom tourt mit seiner Berliner Band durch Italien und hofft in Neapel (wohlgemerkt einer der Studienorte Zeiners) seine große Liebe Betty wiederzufinden. Diese hat er einst an seinen besten Freund Marc verloren. Je näher das Wiedersehen rückt, desto umfangreicher werden auch die Erinnerungen an die folgenschwere Vergangenheit.


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