Die Finalisten des Deutschen Buchpreises Teil 2

deutscher-buchpreis-2013Am vergangenen Samstag standen fünf der sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis im Literaturhaus Frankfurt auf der Bühne, um ihre Werke auch dem allgemeinen Lesepublikum vorzustellen. Bereits zum sechsten Mal konnten Interessierte so schon vorab in den Genuss des potenziellen Gewinnerwerkes kommen. Nicht mit dabei war die Ungarin Terézia Mora, die aber bereits am 16.09. vor Ort aus ihrem Werk vorlas. Gemeinsam mit dem großen Favoriten Clemens Meyer bildet sie heute dasjenige Zweigestirn, welches wir aus der Shortlist vorstellen wollten. Nachdem im ersten Teil unseres Specials der Fokus auf den Werken von Reinhard Jirgl und Marion Poschmann gerichtet war, blicken wir heute auf „Das Ungeheuer“ und „Im Stein“.

Mora - Das UngeheuerTerézia Mora – Das Ungeheuer

Bei der Schriftstellerin und Übersetzerin Terézia Mora handelt es sich um die einzige Finalistin, die nicht auf deutschem Boden geboren ist. Die 42-Jährige fand sich nicht ganz unerwartet auf der Longlist wieder, auch der Sprung ins Finale ist keine Überraschung. Die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und des Adelbert-von-Chamisso-Preises (2010) zeigt in „Das Ungeheuer“ einmal mehr, dass sie zu den talentiertesten Autorinnen der Gegenwart gehört. Bis seine Frau aus dem Leben scheidet, führt Darius Kopp ein relativ erfülltes Leben. Wenngleich nicht sehr ereignisreich, bietet es doch wesentlich mehr als die folgende Zeit, die er mit Fertigpizza und unsinniger Fernsehunterhaltung füllt. Nach Monaten des trostlosen Dahinvegetierens beschließt er, Floras ungarisches Tagebuch zu lesen und so den Grund für ihren Selbstmord herauszufinden. Außerdem muss er ihre Urne beisetzen. Dafür begibt sich Darius auf eine Reise, die ihm zeigt, wer seine Frau war und wer er selbst ist.

Meyer - Im SteinClemens Meyer – Im Stein

Nur wenige Minuten, nachdem die Shortlist veröffentlicht wurde, war man sich über einen Favoriten einig geworden. Der 36-Jährige Clemens Meyer ist die größte literarische Institution auf der Liste, MDR-Literaturpreis (2001) und der Preis der Leipziger Buchmesse (2008) sprechen eine deutliche Sprache. „Im Stein“ zeigt jenes tiefgründige Schreiben, was der Literaturinteressierte aus „Die Nacht, die Lichter“ bestens kennt. Die große Stärke des Romans ist es, dass er nicht von der Befindlichkeit einer Person erzählt, sondern viele verschiedene Schicksale einfängt. Diese hängen zwar miteinander zusammen, funktionieren aber alle eigenständig. Meyer gibt hilflosen Prostituierten und machtbesessenen Geschäftsleuten eine Stimme. Er verleiht sie auch an einen alten Jockey, der nicht nach einem Sieg auf der Rennbahn, sondern seiner Tochter sucht. Auch bei den anderen Protagonisten verschwimmen die Grenzen von Aufstieg und Fall, von Erfolg und Misserfolg.


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  1. […] Buchpreises 2013 auf die Bühne tritt. Wer das Rennen macht, ist bis jetzt nicht abzusehen. Clemens Meyer wird als Favorit gehandelt. Auch die beiden letzten der sechs Kandidaten, die wir heute vorstellen […]

    2.10.2013
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