Die Erinnerungen eines Massenmörders

Der Schrecken, der sich im vergangenen Jahrhundert in unserem Land und über seine Grenzen hinaus ereignete, wirft noch heute einen dunklen Schatten auf die Geschichte Deutschlands. Noch heute werden wir mit unseren ehemaligen Landsleuten in Verbindung gebracht, noch immer ist es Deutschland, auf das sich nationalsozialistische Strömungen, sei es in Dänemark oder Russland, beziehen. Es sind Dinge, die wir wohl auch noch jahrzehntelang mit uns mittragen müssen, vermutlich so lange bis die Welt merkt, dass sich diejenigen, die man jetzt als Deutsche bezeichnet, diesen Rucksack niemals aufgebunden haben. Natürlich beschäftigen wir uns im Land, das früher einmal dasjenige war, was mit Goethe und Schiller, mit Einstein und Kant verbunden wurde, auch heute noch mit unserer Geschichte – zumal sie zu leugnen falsch wäre.

Ebenfalls getan hat das der amerikanische Autor Jonathan Littell, der heute all seine Werke in Französisch schreibt. Der bisher größte Erfolg war „Die Wohlgesinnten“, welches 2008 hierzulande erschien und eben jenes dunkle Kapitel zwischen 1933 und 1945 beschreibt. Littell macht das anhand der fiktionalen Gedanken eines ehemaligen SS-Offiziers. Maximilian Aue war schon früh in die NSDAP eingetreten, wurde 1943 sogar in den persönlichen Stab Himmlers benannt und frühstückte einst mit Speer und Heß. Aue berichtet von Massenhinrichtungen am Kaukasus und den alltäglichen Judenmorden, von Stalingrad und dem kriegszerstörten Berlin. Er berichtet auch von seinen eigenen Gräueltaten und der Flucht nach Frankreich, wo er sich später eine neue Existenz aufbauen konnte…


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter