Die Bücher-Bestseller 2010 – Top5

Was war das für ein tolles Jahr? Okay, es ist noch nicht vorbei, wir haben gerade mal Anfang Oktober, aber dennoch haben wir, was die Literatur angeht, schon eine Reihe an großen Werken gesehen. Wir haben clevere Ermittler im Körper eines Schafes kennengelernt, einem Mann zugehört, der die Verbrechen einer kranken Gesellschaft aufdeckt. Einen anderen haben wir auf einer Reise in einem Reisebus quer durch Namibia begleitet. Wir haben einen Inspektor kennengelernt, der im friedlichen Dänemark auf Gangsterjagd geht und einen ehemaligen Bundesbankvorsitzenden, der die Deutschen wachzurütteln versucht. Grund genug für uns, mal eine Topliste der absoluten Top-Verkaufsschlager unter die Lupe zu nehmen. Darum stehen heute allein die Bestseller im Fokus der Betrachtung, denn letztlich kann nichts mehr über den Gehalt eines Buches aussagen als die Anzahl seiner Leser.

Platz 5: Schuld von Ferdinand von Schirach

Schon im letzten Jahr hat „Verbrechen“ für reichlich Aufsehen gesorgt. Umso größer schienen die Erwartungen an den zweiten Erzählband des Berliner Strafverteidigers, der im wahrsten Sinn des Wortes an der Quelle sitzt. In „Schuld“ berichtet von Schirach von neuen Mysterien der entscheidenden Frage des Rechtswesens, schuldig oder nicht schuldig. Integriert sind die Fälle eines Jungen, der von den Illuminaten grausame Qualen erfährt, eines Mädchens, dessen Leben von neun Biedermännern zerstört wird und eines Mannes, der sich über neue Zähne freuen darf.

Platz 4: Garou von Leonie Swann

Leonie Swann revolutionierte die Fabelwelt, die sich uns allen im Kindesalter eröffnete, denn die Schafe in „Garou“ trotzen allen schnellen Hasen und diebischen Elstern. Das zweite große Abenteuer um Miss Maple und Co., die in „Glennkill“ den Mord an ihrem geliebten Hirten aufdeckten, spielt im schönen Frankreich, wo die Herde mit ihrer neuen Schäferin Rebecca eine neue Heimat gefunden hat. Alles könnte so idyllisch sein, wenn nicht ein Loup Garou, ein Werwolf, die Menschen in Angst und Schrecken versetzen würde.

Platz 3: Erbarmen von Jussi Adler-Olsen

Ganz Dänemark hat einen neuen Olsen und auch wenn es nicht der Egon ist, geizt er nicht mit Witz und Ideenreichtum.  Während der Egon eine ganze Bande um sich hatte, ist der große Erfolg von Jussi der Schöpfung von Carl Morck zu verdanken. Dessen erster Fall führt ihn auf die Suche nach einer spurlos verschwundenen Frau, die von der Fähre von Rødby nach Puttgarden entführt wurde und sich nun in einem Gefängnis aus Beton wiederfindet. Anfangs vermuten die Ermittler ihren Tod durch Ertrinken, doch schon bald zeigen die Indizien in eine ganz andere Richtung.

Platz 2: Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin

Bücher haben immer großen Erfolg, wenn sie für reichlich Aufsehen sorgen, ganz egal, ob sie positiven oder negativen Inhalt transportieren. Die Gesellschaft redet über sie und um mitreden zu können, will jeder dieses Buch lesen. So ergeht es wohl auch dem aktuellsten Beispiel um den neuen Staatsfeind Nummer Eins, Thilo Sarrazin. Er wollte Deutschland wachrütteln und mittlerweile hat er das in so einem Umfang getan, dass es ihm nach eigenen Angaben selbst ein bisschen unheimlich erscheint. Sarrazin ist seinen Job los und zieht derzeit alle Kritik auf sich, weil ihm das widerfährt, was er selbst wollte: mit Worten Kritik üben.

Platz 1: Hummeldumm von Tommy Jaud

Nur ein Werk hat es geschafft, mich in diesem Jahr mehr zu beeindrucken, was vor allem an seiner niemals endenden Aktualität liegt. „Hummeldumm“ fand ich anfangs allein wegen dem Titel lesenswert, später war es eigentlich jede Seite, denn Jaud schafft das, was jeden Menschen bei Laune hält, auf 320 Seiten an den Mann zu bringen, oder auch an die Frau. Beide können sich nämlich mit diesem Abenteuer quer durch die Prärie identifizieren. Vorurteile gegenüber dem anderen Geschlecht gehören der Vergangenheit an, es gibt jetzt nämlich Beweise, die nicht von der Hand zu weisen sind.


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