Der Wahnsinnsurlaub im Niemandsland

Angenommen Sie hätten die Möglichkeit, mit Ihrer Liebsten zwei wundervolle Wochen in Namibia zu verbringen, tausende Kilometer entfernt von dem zermürbenden Alltag, der langsam an Ihrer Substanz zehrt. „Na klar, die Koffer habe ich schon gepackt, jetzt her mit meinen Flugtickets!“ Ähnlich habe ich auch darüber gedacht, bevor ich mich dazu entschlossen habe, einen Roman zu lesen, der sich seit Wochen auf den Topplätzen der Bestsellerlisten wiederfindet. „Hummeldumm“ von Tommy Jaud ist, wie schon der Name verrät, eine äußerst komische Geschichte, doch allein der Titel reicht nicht aus, um so zu lachen, wie ich es getan habe.

Der Trip gestaltet sich für Matze vollkommen anders als ein entspannter zweiwöchiger Ausflug in ein anderes Land. Es ist die Reise in eine komplett verkehrte Zivilisation, wobei selbst diese Klassifizierung meilenweit von der Realität entfernt liegt. Schon im Flieger beginnt für Matze der Höllentrip, als es ihm versagt bleibt, zwischen Tortellini und Hühnchen zu wählen. Das Szenario nimmt schließlich inmitten einer Reisegruppe bestehend aus Österreichern, Franken und einem Ostdeutschen einen unaufhaltsamen Lauf. Die Charaktere werden von Jaud gnadenlos ausgeschmückt und repräsentieren sämtliche Vorurteile unserer Gesellschaft. Der Geschäftsmann der heutigen Zeit, der ohne ein Ladegerät für sein Handy und ohne Wireless LAN vollkommen ausgeliefert ist, befindet sich in einer Welt von einfachen Menschen, die ihm zwar ein freundliches Lächeln entgegenbringen können, aber eben nicht das haben, wonach er sucht: die moderne Technologie, welche in seinem normalen Leben so unentbehrlich scheint.

Jaud ermöglicht uns, dass wir Matze auf seiner einsamen Suche nach etwas Modernem in einer für ihn zurückgebliebenen Welt begleiten und untersetzt dies mit so viel Humor, dass es unmöglich bleibt, bei diesem Werk nicht zu lächeln.


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