Terézia Mora gewinnt den Deutschen Buchpreis 2013

Mora - Das Ungeheuer201 Romane gingen bei der siebenköpfigen Jury des diesjährigen Deutschen Buchpreis ein. In den letzten Monaten haben Sprecher Dr. Helmut Böttiger und die sechs weiteren Literaturexperten die besten Zeugnisse des literarischen Deutschlands durchgesehen und auf ihren Wert für die Gesellschaft untersucht. Bis Mitte September konnten sie das Repertoire auf sechs Romane eingrenzen, seit dem gestrigen Abend steht nun auch die Gewinnerin fest. Die gebürtige Ungarin und heutige Wahlberlinerin Terézia Mora tritt mit ihrem Werk „Das Ungeheuer“ die Nachfolge von Vorjahressiegerin Ursula Krechel an. Damit freut sie sich über die begehrteste Literatur-Auszeichnung des Landes sowie ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Das Ungeheuer: Eine Geschichte, die ihre Auszeichnung wert ist

So vielfältig wie in diesem Jahr gestaltete sich selten eine Shortlist. Neben den Überraschungsfinalisten Mirko Bonné („Nie mehr Nacht“) und Monika Zeiner („Die Ordnung der Sterne über Como“) befanden sich auch Reinhard Jirgls Zukunfts-Science-Fiction-Gebilde „Nichts von Euch auf Erden“ und Marion Poschmanns philosophischer Selbstfindungsroman „Die Sonnenposition“ in der finalen Selektion. Die wohl größte Konkurrenz bot „Im Stein“ von Clemens Meyer, der bei der Vergabe im Kaisersaal des Frankfurter Römer aber ebenso in die Röhre blickte. Stattdessen fand sich gestern Abend Terézia Mora auf der Bühne wieder und nahm Deutschlands wichtigsten Literaturpreis entgegen. Ihr Roman „Das Ungeheuer“ problematisiert das Thema Depression und den Umgang damit. Dabei gelang ihr laut Jury nicht nur „ein tief bewegender und zeitdiagnostischer Roman“, sondern auch die perfekte Verbindung zweier Charaktere, die sich im Leben verfehlten.

Eine Frau, die ihr Leben beendet und ein Mann, der es verstehen will

Teil der Geschichte sind Darius Kopp und Flora Meyer, die eigentlich Teresa heißt und nicht nur deshalb große Ähnlichkeit mit der Autorin aufweist. Die Beiden sind dem Leser bereits im Roman „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ begegnet und werden nun gleich zu Beginn des Werkes voneinander getrennt. Flora begeht Suizid im Wald und wird erst Tage später gefunden. Darius versucht es zu verstehen, kann es aber lange nicht. Er begibt sich auf eine Reise durch ganz Europa, um den richtigen Platz für die Asche seiner Liebsten zu finden. Mit im Gepäck hat er auch eine Datei, in der die Verstorbene Tagebuch über ihre Depression führte. Leidenschaftlich zusammengeführt zeigt uns die diesjährige Preisträgerin des Deutschen Buchpreis beide Seiten einer heutzutage sehr präsenten Krankheit und somit eine äußerst zeitgenössische Thematik.


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  1. […] Weitere Informationen zum Deutschen Buchpreis 2013, allen Finalkandidaten und natürlich Terézia Mora finden sich ab sofort im Online Shop auf buecher.de und im dazugehörigen Blog. […]

    11.10.2013
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