Der Medicus – Filmtipp

Der MedicusManchmal ist es von Nöten, dass man ein wenig reist, um ein innewohnendes Talent auch wirklich zur Entfaltung kommen zu lassen. So erging es beispielsweise dem Schriftsteller Noah Gordon, dessen historischer Roman „Der Medicus“ in seiner US-amerikanischen Heimat weitgehend unbeachtet blieb. Auf dem europäischen Kontinent hingegen wuchs das Werk um den jungen Reisenden Rob Cole zum internationalen Bestseller heran, verkaufte sich allein im deutschsprachigen Raum bis heute etwa sechs Millionen Mal. Da war es schlichtweg eine Frage der Zeit, bis wann es die literarische Vorlage endlich auch auf die Leinwand schafft. Von Hollywood unbeachtet, hat man die Verantwortung in die Hände von Regisseur Philipp Stölzl gelegt. Dessen Adaption darf man sich ab sofort im Kino ansehen.

Der Medicus – Ein Junge, der auszieht, um zu lernen

Es ist das elfte Jahrhundert, in dem Hauptprotagonist Rob Cole (Tom Payne) sein Talent dazu nutzen will, um Menschen zu retten. Bereits in jungen Jahren verliert er seine Mutter. Schon bei ihrem Tod zeigte sich seine Gabe, das Ableben von anderen voraussehen zu können. Der Waise schließt sich einem fahrenden Bader (Stellan Skarsgård) an, der ihm zwar die gewünschten Grundlagen der Heilkunde, zudem aber auch Taschendiebtricks beibringt. Rob erkennt bald die Grenzen seines Mentors und beschließt, sich auf die Reise ins entfernte Persien zu begeben, wo er vom großen Ibn Sina (Ben Kingsley) die wahren Künste erlernen möchte.

Der Medicus – Packendes Historiendrama

Da in Persien alles Christliche verhasst ist, tarnt Rob sich als Jude. Auch Jesse ben Benjamin wird vor Ort nicht gerade mit Kusshand empfangen, kann dafür aber am Leben bleiben. Regisseur Stölzl fängt mit seinem Team gerade die religiösen Disparitäten in Perfektion auf und integriert in diese einen Protagonisten, der zwischen ihnen mit Bravour wechselt. Auf dem Weg nach Persien trifft Der Medicus die junge Rebecca (Emma Rigby), die in Gordons Text nicht vorkommt, das Geschehen aber bereichert. Die innige Liebe zwischen den Beiden avanciert zu einem der vielen Nebenstränge, der neben den anderen das facettenreiche Leben des Mittelalters für den Kinobesucher einfängt. Dieser freut sich unter anderem auch auf den aufstrebenden Stern am deutschen Schauspielhimmel, Elyas M´Barek, der in seiner Nebenrolle ordentliche Akzente setzen kann.


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