Der Literaturnobelpreis 2013 geht an Alice Munro

Munro - Zu viel GlückLiterarische Auszeichnungen sind nicht das primäre Ziel von Schriftstellern. Es geht ihnen nicht darum, dass Sie Preise erhalten. Nein, sie schreiben, um eigene Gedanken zu verarbeiten und andere Menschen mit ihrer Literatur zu berühren. Nichtsdestotrotz aber gibt es einige Literaturpreise, die ein Autor oder eine Autorin nicht gerade widerwillig zur Kenntnis nimmt. Der Nobelpreis für Literatur ist so eine Auszeichnung, mit der jeder Literat ein ganz besonderes Denkmal für sein Schaffen gesetzt bekommt. Seit 1901 und dem ersten Preisträger Sully Prudhomme zeichnet die Schwedische Akademie jährlich die größten Schriftsteller aller Zeiten aus. Unter ihnen befinden sich ein Sartre, ein Canetti, eine Selma Lagerlöf und seit 2013 nun auch die Kanadierin Alice Munro.

Die Meisterin der Kurzgeschichte

Der Preisträger des Jahres 1954, Ernest Hemingway, stand in seinem literarischen Werk vor allem auch für tolle Kurzgeschichten. Novellen, die es schon in einer Zusammenstellung von wenigen Seiten fertigbrachten, den Leser nachhaltig zu bewegen. Alice Munro kann und muss in dieser Tradition gesehen werden, denn mit der Wahl 2013 hat die Nobelpreisjury nicht nur eine der größten Kurzgeschichtenautorinnen unserer Zeit auserkoren, sondern auch dem Genre selbst mal wieder etwas Aufmerksamkeit geschenkt. Die 82-Jährige, die auf einer Farm im kanadischen Ontario zur Welt kam, hat in ihrer Vita nur einen einzigen Roman stehen. Wirksamer sind ihre Kurzgeschichten, die bisher in dreizehn Bänden veröffentlicht wurden und der Grund dafür sind, dass die Schwedische Akademie sie als die „Virtuosin der zeitgenössischen Novelle“ beschrieb.

Munro erreicht den Leser mit alltäglichen Geschichten

Alice Munro hat einmal gesagt, dass sie Romanautoren dafür bewundert, Werke von größerer Seitenzahl zu kreieren. Ihre eigenen Geschichten sind meist nur 30 Seiten lang und besitzen trotzdem so viel Inhaltsfülle. Sie schreibt über das Leben, die Liebe und Alltägliches. Dabei entwickelt Munro immer aufs Neue authentische Charaktere, die in der kanadischen Provinz mit den Tücken des Lebens konfrontiert werden. Die Ideen dazu kamen ihr täglich, wenn die Töchter ihren Mittagschlaf hielten und die Kartoffeln auf dem Herd kochten. Zwar hat die Schriftstellerin bereits vor einiger Zeit bekanntgegeben, dass die 2012 publizierten „Dear Life: Stories“ ihr letzter Sammelband sein sollen. Irgendwie hoffen wir doch aber alle darauf, dass sie noch einmal Kartoffeln auf den Herd stellen muss.


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    11.10.2013
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