Der Eurovision Song Contest 2010 in Oslo

Der Eurovision Song Contest ist endlich wieder da. Wie jedes Jahr werden wilde Rhythmen, wunderschöne Melodien, schmachtende Balladen, poppige Songs, aufwendige Bühnenshows und musikalische Kuriositäten über die europäischen Bildschirme flimmern und das internationale Publikum für mehrere Abende zu einem großen Musikfest einladen. Dieses Mal findet der Eurovision Song Contest in Norwegens Hauptstadt Oslo statt, welche sich im letzten Jahr mit dem jungen Musiker Alexander Rybak und seinem Song „Fairytale“ als Austragungsort qualifizieren konnte. Nach vielen Jahren der schmachvollen Niederlagen im Punktekeller hat Deutschland dieses Jahr die Rolle des Top-Favoriten auf den ersten Platz und somit sind wir alle gespannt, wie sich Lena Meyer-Landrut mit ihrer flippigen Art und ihrem grandiosen Song „Satellite“ vor dem internationalen Publikum und der Jury machen wird. Doch was macht die Faszination des ESC aus, dass wir jedes Jahr wieder einschalten und mit fiebern, obwohl unsere Chancen auf eine gute Platzierung oft schlecht stehen?


Ein Rückblick


Zum 55. Mal findet der ESC in diesem Jahr statt. Daraus kann man schon ableiten, dass es sich hierbei um einen Wettbewerb mit langer Tradition handelt; was anfangs mit klassischem Schlager und nur 7 Teilnehmern begann, hat sich heute zu einem musikalischen Karneval der Kulturen aus ganz Europa entwickelt. Viel hat sich seit dem ersten ESC, der damals noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne“ hieß, im Jahre 1956 getan und von Jahr zu Jahr wurden es mehr Teilnehmer, Regeln wurden geändert und die Beiträge kamen aus immer unterschiedlicheren Musikrichtungen. Vor allem das Punktesystem hat bereits verschiedene Entwicklungen durchlaufen.
Zunächst wurde der Gewinner ausschließlich von einer 14-köpfigen Jury in einer geheimen Abstimmung ermittelt, an deren Ende ausschließlich der Gewinner bekannt gegeben wurde. Doch mit zunehmenden medialen Interesse und dem Ausbau der technischen Möglichkeiten wurde das sogenannte Televoting im Jahr 1997 eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden verschiedene Systeme von Jurybewertungen benutzt, die aber immer wieder zu ungünstigen Ergebnissen, wie etwa 4 punktgleichen Gewinnern im Jahr 1969, führten. Bei diesem neuen System vergab jedes Land folgende Punktzahlen: „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12“ wodurch ein besser differenzierbares Ergebnis erreicht werden konnte.
soccergenclix.netDoch mit der Einführung des europaweiten Televoting wurden die ersten Kritikerstimmen laut, die eine Objektivität bei der Bewertung der musikalischen Qualität bemängelten. Konkret sah es nämlich so aus, dass es immer wieder zum Phänomen des gegenseitigen Punktezusteckens kam. Besonders die Staaten der ehemaligen Sowjetunion vergaben teilweise ausschließlich untereinander Punkte, wodurch es zu einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen West- und Osteuropa kam. Auch bei vielen Nachbarländerpaaren, wie etwa Griechenland/Zypern, Norwegen/ Schweden/Finnland oder den Balkanländern kam es zum Punkteschieben, ungeachtet der Qualität der einzelnen Beiträge. Daher kam es 2009 zu einer Mischung aus Televoting und Jurywertung, bei der beide Teile zu 50% in die Punktevergabe einfließen, wodurch eine ausreichende Objektivität gewährleistet werden soll.
Aufgrund der großen Teilnehmerzahl werden inzwischen zwei Halbfinale veranstaltet, bei denen aus den 39 Ländern die 25 besten Songs ins Finale gewählt werden. Deutschland, sowie Großbritannien, Spanien und Frankreich müssen sich dem Halbfinale nicht stellen, da sie als bedeutendste Finanzierer des ESCs automatisch im Finale stehen; das gleiche gilt für Norwegen, welches als Veranstalter ebenfalls direkt in der Endrunde ist.


Von Paradiesvögeln, Spaßbeiträgen und anderen Kuriositäten


Eine besondere Eigenschaft des ESC ist die Tatsache, dass es fast jedes Jahr mindestens einen Beitrag gibt, der deutlich aus der Reihe der Teilnehmer herausfällt. Mal sind es besonders bunte und ausgefallene Bühnenshows, dann wieder nationale Comedians, die mit einem witzigen Song den Contest auf die Schippe nehmen. Erstaunlicherweise sind diese besonderen Acts in der Regel auch besonders erfolgreich. So belegte 2007 der ukrainische Teilnehmer Verka Serduchka, als Diskokugel verkleidet und mit einer grell glitzernden Bühnenshow, mit dem Song „Dancing Lasha Tumbai“ den 2. Platz. Besonders in Erinnerung ist auch der Österreicher Alf Poier, der mit dem seinem Klamauklied „Weil der Mensch zählt“, das mit kindlicher Melodie und breitem Österreichisch daher kommt, schließlich auf dem 8. Platz landete. Auch Deutschland konnte mit seinen Spaßbeiträgen überzeugen; so belegten beispielsweise Gildo Horn mit „Gildo Hat Euch Lieb!“, geschrieben von Stefan Raab, 1998 den 7. Platz; Raab selbst erreichte mit „Wadde hadde dudde da?“ sogar den 5. Platz. Generell scheint der TV-Total-Moderator ein Garant für eine gute ESC-Platzierung für Deutschland zu sein und läuft damit Ralph Siegel als Grand-Prix-Guru den Rang ab. So konnte er bereits 2004 mit Max Mutzke und „Can’t wait until tonight“ einen guten 8. Platz erreichen und Deutschland somit aus dem Punktekeller herausholen. Dieses Jahr schickt er mit Lena Meyer-Landrut die Gewinnerin aus seinem Projekt „Unser Star für Oslo“ ins Feld und wie es bisher aussieht, ist die 19-jährige Abiturientin mit ihrem Song „Satellite“ der heißeste Anwärter auf den Gewinnertitel.


Die Zeit bis zum Finale


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  1. […] Musikgeschichte, jeweils den letzten Platz des ESC belegten. Doch dieses Jahr soll sich beim Eurovision Song Contest alles ändern und nach 1982 wieder der Titel nach Deutschland geholt werden. Lena, wir […]

    18.05.2010
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