Das Ende einer Ära: Ein musikalisches Gedenken an Wolfgang Wagner

Die Fahnen vor dem offiziellen Wagnergebäude in Bayreuth stehen auf Halbmast und die fränkische Festspielstadt trägt Trauerflor: der geschätzte Ehrenbürger und langjährige Festspielintendant Wolfgang Wagner ist verstorben. Am Sonntag, den 21. März ist der Enkel des größten deutschen Komponisten der Romantik, Richard Wagner, im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Bayreuth friedlich entschlafen. Mit ihm ist eine der letzten großen Gründungsfiguren einer opulenten Opernkultur im Nachkriegsdeutschland von uns gegangen. Unter seiner Führung waren Wagner-Opern wieder das, was sie sein sollen: pompös, gewaltig, herrlich und herrlich kontrovers. Wagner liebte den Pathos und auch sein Enkel Wolfgang Wagner führte das Familiengeschäft stets mit risikofreudiger, aber auch glückreicher Hand. So waren verschiedene künstlerische Engagements bei großen Opern wie Parsifal, Tristan und Isolde oder der gigantischen Opern-Tetralogie „Der Ring der Nibelungen“ wegweisend. So mutig seine Personalentscheidungen auch waren, so kritisch wurden sie auch beäugt. Zu oft hatten Regisseure aber auch Darsteller einen anderen Sinn für Ästhetik als Wagner selbst.


„Wolfgang Wagner hat versucht, die Welt mit den Augen seines Großvaters zu sehen und nicht, wie die Welt seinen Großvater sah“, schrieb der geniale Dirigent Daniel Barenboim in einem Nachruf. Wolfgang Wagner, der große und streitbare Patriarch, hat die Bayreuther Festspiele zu einem weltweit bekannten Event gemacht. Zahlreiche Größen aus internationaler Politik, Kunst und Gesellschaft zieht es jedes Jahr an die berühmte Stadt im Frankenland. Sie erwartet stundenlange Inszenierungen und atemberaubende musikalische Opulenz. Kein Wunder, dass die Bayreuther Wagnerfestspiele ein Leben verändern können, wenn ein Leben für die Musik dahinter steckt. Wolfgang Wagners organisatorisches Talent lockte die bedeutendsten Regisseure und Darsteller nach Bayreuth. Mit ihnen schrieb er ein einzigartiges Stück musikalische Kulturgeschichte. Das gewaltige Erbe seines genialen Großvaters hat er würdig weitergeführt.

Reblog this post [with Zemanta]

Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter