Das Dekameron als Zeugnis der Gesellschaft

Was würden Sie tun, wenn unsere Gesellschaft in die Brüche geht oder wenn sich eine Krankheit so weit ausbreitet, dass Sie Ihrem gewöhnlichen Leben nicht mehr wirklich nachgehen können? In Zeiten der Vogel- und auch der Schweinegrippe haben wir uns überlegt, wie es weitergehen soll, Horrorszenarien haben sich zum Glück aller Beteiligten nicht bewahrheitet. Anders war es in früheren Jahrhunderten, zu Zeiten der Spanischen Grippe oder der Pest, die Hunderttausende dahinrafften. Giovanni Boccaccio, einer der führenden Autoren, wenn wir uns mit der italienischen Literaturgeschichte beschäftigen, zeigt uns eine Möglichkeit, wie wir uns selbst heute noch in so einem Fall die Zeit vertreiben könnten.

Zehn junge Bürger der toskanischen Stadt Florenz beschließen sich auf ein Landgut am Stadtrand zurückzuziehen, dort eine eigene Welt nach eigenen Gesetzen zu schaffen. Dies tun sie, um dem Übel der Stadt, die von der Pest heimgesucht wurde, zu entgehen, wenngleich sie nicht wissen können, ob dieser Versuch Früchte trägt. Um sich die Zeit zu vertreiben, erzählen sie sich gegenseitig Kurzgeschichten. Daraus entsteht „Das Dekameron“, eine Sammlung vieler einzelner Geschichten, die zwar nicht wirklich miteinander zusammenhängen aber dennoch eine Gemeinsamkeit in sich tragen. Sie dienen als Spiegel der Gesellschaft, zeigen wirklich alle Facetten des Lebens und geben uns so eine Menge Aufschluss über das Leben an sich.


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