Dark Places von Gillian Flynn – Unser Buchtipp

Flynn - Dark PlacesGibt es etwas Schlimmeres als im Kindesalter seine Mutter und die geliebten Schwestern zu verlieren? Ja gibt es und zwar, wenn der eigene Bruder dafür verantwortlich ist. Mittlerweile ist Gillian Flynn eine Autorin von Weltformat. Der internationale Durchbruch gelang der Schriftstellerin aus dem US-amerikanischen Kansas im Jahr 2012 mit ihrem dritten Roman „Gone Girl“. Bereits zuvor wurde auch ihr zweites Werk „Dark Places“ mit dem deutschen Titel „Finstere Orte“ hierzulande verlegt. Der Erfolg war mäßig und das, obwohl die Geschichte ähnliche Brisanz wie der nachfolgende Bestseller in sich trägt. Nachdem auch der Erstling „Cry Baby“ in Deutschland einschlagen konnte, bringt der Fischer-Scherz mit „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ eine Neuauflage von Gillian Flynns Roman heraus und profitiert dabei vom großen Ansehen, das der Autorin nunmehr entgegengebracht wird.

Dark Places – Flynns gewohnter Stil

Neben der Story an sich sorgte Gillian Flynn vor allem mit ihrem teilweise derb-obszönen Schreibstil für Aufsehen. Dieser durchzieht auch die einzelnen Seiten von „Dark Places“. Hauptfigur Libby Day wird uns ohne große Ausschmückungen als faule Schmarotzerin vorgestellt, die mit ihren 32 Jahren arbeitslos auf der Couch herumsitzt und von Spendengeldern lebt, genau genommen nicht mal den winzigsten Finger krümmt. Als Erklärung für ihr verkorkstes Leben bietet die Autorin den Umstand an, dass Libby als Siebenjährige ihre Mutter und die beiden Schwestern verloren hat. Der Mörder war kein geringerer als ihr Bruder, den Libby mit ihrer Aussage hinter Gittern brachte. 25 Jahre nach dem Vorfall sind die Spenden so gut wie aufgebraucht. Libby braucht eine neue Einnahmequelle. Eine Gruppe von Hobbykriminalisten, die gegen eine Aufwandsentschädigung gerne ihren Fall neu aufrollen möchte, kommt da vordergründig nicht ganz ungelegen.

Dark Places – Sitzt ihr Bruder zu Unrecht im Gefängnis?

Libbys Erinnerungen an das Jahr 1985 scheinen zunächst fruchteinflößend. Mit großem Kraftaufwand kletterte das kleine Mädchen aus dem Fenster, um dem Mörder ihrer Liebsten zu entkommen – Ihrem Bruder. Daran gab es bis dato keinen Zweifel. Doch im Verlauf der neu aufgerollten Beweiszusammenführung erscheinen differente Blickwinkel. Ist Libbys Bruder vielleicht doch nicht der Täter? Das düstere Familienmassaker hat womöglich einen ganz anderen Hintergrund und ist in Wirklichkeit gar nicht so abgelaufen wie es stets vermutet wurde. So gelingt es Gillian Flynn wieder einmal, uns mit geschriebenen Zeilen komplett in die Irre zu führen, um uns abschließend wieder so richtig vor den Kopf zu stoßen.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter