Dan Brown Spezial: Der Grundstein für die „Neue Weltordnung“

Von Henrik Eberle (mit Genehmigung der Verlagsgruppe Lübbe)


Weltweit warten Millionen Leser sehnsüchtig auf den neuen Roman von Dan Brown. Worum es in DAS VERLORENE SYMBOL geht? Keiner weiß es. Denn Autor und amerikanischer Verlag verraten das Thema des neuen Thrillers nicht einmal uns. Auch wir sind also auf Spekulationen angewiesen. Was für ein Glück, dass unser Autor Henrik Eberle nicht nur ein versierter Historiker, sondern auch begeisterter Dan-Brown-Fan ist und die vereinzelten Hinweise aus Amerika zu deuten weiß!


Dan Brown – The Lost SymbolNeben der 33 und dem Dreieck zeigt der amerikanische Buchumschlag auch das Capitol. Was es mit ihm auf sich hat? Ganz einfach: Ein neuer Staat braucht eine neue Hauptstadt, das stand für die amerikanischen Gründungsväter fest. Es galt, die Residenz des Präsidenten (das heutige Weiße Haus) und das Parlamentsgebäude, den Sitz des Kongresses, hervorzuheben. Der Rest der Stadt sollte Weisheit, Schönheit und Stärke ausstrahlen. George Washington, erster Präsident der USA und überzeugter Freimaurer, beauftragte daher einen Freund und Bundesbruder mit der Planung der neuen Stadt: Pierre Charles L’Enfant, einen französischen Künstler und Architekten, der im amerikanischen Revolutionsheer gekämpft hatte. Den Grundstein des Capitols legte Washington am 18. September 1793 höchstpersönlich – im Schurz der Freimaurer.


Entsprechend finden sich im Stadtplan zahlreiche freimaurerische Symbole. Kritiker entdeckten gar einen „satanischen“ Plan. Ihr „Beweis“: das auf der Spitze stehende Pentagramm. Und tatsächlich bilden die vom Capitol ausgehenden Straßen die Schenkel eines Zirkels; ein rechter Winkel verbindet Weißes Haus und Capitol. Starke Indizien, wie es scheint. Doch wie immer bei Verschwörungstheorien knirscht die Konstruktion in den Details: Das Pentagramm beispielsweise ist eine Idee Thomas Jeffersons, der nicht etwa Freimaurer war, sondern sich von der deutschen Fürstenresidenz Karlsruhe und dem französischen Versailles inspirieren ließ. Auch dort führen die Straßen strahlenförmig zur Residenz; die Verbindungsstraßen bilden Dreiecke. Zudem blieb das Pentagramm in Washington unvollendet, wie sich über Google Earth unschwer erkennen lässt. Und das Capitol, Mittelpunkt der neuen Hauptstadt, wurde nicht nach den ursprünglichen Planungen fertig gebaut.


L’Enfant wurde nämlich schon nach wenigen Wochen entlassen, weil er gigantische Geldsummen verschleuderte, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Das Parlament vergab seinen Job schließlich an einen Landvermesser namens Andrew Ellicott. Der jedoch konnte auf keinerlei Baupläne zurückgreifen, da sich L’Enfant geweigert hatte, Zeichnungen anzufertigen. Er habe den Entwurf im Kopf, hatte er den Kongress wissen lassen. Jahre später verwüsteten dann die Engländer die neue Hauptstadt, und wieder musste neu begonnen werden. Der von Washington gelegte Grundstein geriet in Vergessenheit.


Was für eine Bedeutung hat er für Dan Browns neuen Roman?


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