Dan Brown Special: Das Dreieck, 33 und der Schottische Ritus

Von Henrik Eberle (mit Genehmigung der Verlagsgruppe Lübbe)

 

Zu den wenigen Dingen, die der amerikanische Buchverlag vorab freigibt, gehört der Buchumschlag. Er zeigt das Capitol in Washington und ein rätselhaftes Siegel, auf dem ein Doppeladler mit Krone prangt, in seinen Klauen ein Banner. Doch die Devise ist nicht zu entschlüsseln, die Vergrößerung produziert einen nicht lesbaren Pixelhaufen.

 

Das Cover gibt uns dennoch einen wichtigen Hinweis. Wo sich in der klassischen europäischen Heraldik ein Herzschild befindet, steht ein Dreieck, in ihm die Zahl 33. Und dieses Dreieck verweist eindeutig auf die in den USA weit verbreitete Freimaurerei. Es symbolisiert den großen Baumeister, den Allmächtigen. Denn Gott ist dreifaltig, ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und gottesfürchtig waren die Gründungsväter der USA durchaus: Sie appellierten bei der Unabhängigkeitserklärung 1776 an ihren Schöpfer und hielten es „für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden“. Gleichheit aber ist ein freimaurerisches Ideal. Organisiert in den sogenannten Logen suchten die Brüder nach Weisheit, Stärke und Schönheit – und das unabhängig von Stand und Geburt. So trafen sich in den Tempeln Fürsten und einfache Bürger, Christen und Juden, Schwarze und Weiße. Wer sucht, wird das Dreieck an der östlichen Wand eines jeden Freimaurertempels finden.

 

Und die 33? Die 33 ist eine selten benutzte symbolische Zahl, wie der umfassend gebildete Professor Langdon im Roman sehr schnell bemerken wird. Der 33. Grad der Weisheit ist der höchste, den ein Freimaurer nach Schottischem Ritus erreichen kann. Wer diesen Grad erreicht hat, ist in der Lage, den wahren Tempel Salomos wiederzufinden, er kennt angeblich das Geheimnis vom „verlorenen Wort“.

 

Übrigens: Der Doppeladler weist in dieselbe Richtung. Die Gestalter des Covers benutzten den Adler in der Form, wie ihn der Souveräne General-Großinspekteur des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus heute noch trägt.

 

Wohin also führt uns Dan Brown? In das Zeitalter der Aufklärung und der Freimaurerei oder in die Jahre des amerikanischen Bürgerkriegs?

 


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