„Cry Baby“ von Gillian Flynn – Unser Buchtipp

Cry Baby von Gillian Flynn

Cry Baby von Gillian Flynn

Kann man vor seiner Vergangenheit davon laufen und das Geschehen so einfach zu den Akten legen? Es gibt nicht wenige, die genau das versuchen, negative Erfahrungen ausblenden wollen und ein neues Leben beginnen, obwohl bereits ein anderes existiert. Sprüche wie „die Vergangenheit holt jeden ein“ scheinen aus Horrorszenarien und Hollywood-Dramen entlehnt. Aber liegt das wirklich so fern? Ist es ernsthaft möglich, Vergangenes vergehen zu lassen, die Teufel und Leiden der Vergangenheit wegzusperren und sich stattdessen mit Freude der Gegenwart zu widmen? Gillian Flynn, die Erfolgsautorin von „Gone Girl“ hat das in ihrem Romandebüt thematisiert.Cry Baby ist ein besorgniserregendes Buch, weil es eben zeigt, dass niemand die Vergangenheit hinter sich lassen kann.

Cry Baby – Zurück in die Hölle

Schwere Kindheitsjahre liegen hinter Camille Preaker, die in „Cry Baby“ die Hauptfigur darstellt. Sie scheinen lange zurückzuliegen. Mittlerweile ist sie eine erwachsene Frau, die voll im Leben steht und sich als Journalistin einen Namen gemacht hat. Aus diesem Grund schickt sie Chefredakteur Frank Curry nach Wind Gap, wo der mysteriöse Mord an einem Mädchen und das Verschwinden eines weiteren für große Angst sorgen. Da Camille selbst im beschaulichen Örtchen groß geworden ist, erhofft sich Curry  mit Recht einen authentischen Bericht. Er ahnt nicht, welche Last er seiner Kollegin mit der Reise auferlegt.

Cry Baby – Ein Psychothriller auf allen Ebenen

Was niemand der Protagonisten ahnt und auch der Leser erst im Verlauf erfährt, ist die Tatsache, dass Camille keinesfalls schöne Erinnerung an Wind Gap in sich trägt. Nach dem Tod ihrer Schwester begann sie sich zu ritzen und ist seither am ganzen Körper mit narbigen Wortfetzen übersät. Die starke Ablehnung durch Mutter Adora und Halbschwester Amma sorgt dafür, dass Camille wieder in alte Haltungsmuster zurückfällt und ihre Ängste nicht länger allein mit Bourbon betäuben kann. Nichtsdestotrotz ist es allein ihr vorherbestimmt, Licht in die Mordgeschichte zu bringen, die nach dem Leichenfund der zweiten Vermissten zur Serientat heranwächst. Wenngleich es in „Cry Baby“ vorrangig um die seelischen Verbrechen geht, die Camille widerfahren, tragen auch die Morde an den zwei jungen Mädchen ihren Teil zur Spannungssteigerung bei und machen den heutigen Buchtipp zur heißen Empfehlung für Leser mit Nerven wie Drahtseile.


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  1. […] Brisanz wie der nachfolgende Bestseller in sich trägt. Nachdem auch der Erstling „Cry Baby“ in Deutschland einschlagen konnte, bringt der Fischer-Scherz mit „Dark Places – […]

    4.04.2014
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