Christian Wulff verlässt die politische Bühne

Zumindest vorrübergehend wird der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff wohl nicht mehr auf der politischen Bühne zu finden sein. Er wird sich vergangenen Tagen widmen und sich für vergangene Taten rechtfertigen müssen, die ihn letztlich zum Bundespräsidenten mit der kürzesten Amtszeit in der deutschen Politikgeschichte haben werden lassen. Der junge Wulff, der so anders wirkte als viele seiner Vorgänger, so vital und so charismatisch, hat sich am vergangenen Freitag nach langem Druck dazu entschlossen, von seinem Amt zurückzutreten. Der letzte entscheidende Tropfen dürfte der Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover gewesen sein, die öffentlich die Aufhebung seiner Immunität forderte.

Ob Hauskauf oder Urlaub bei Freunden – es gab vieles, was im Nachhinein ein negatives Licht auf die Akte Wulff geworfen hat. Inwieweit der Repräsentant Deutschlands damit gegen Gesetze verstoßen hat, müssen andere entscheiden. Klar ist aber, dass mit zunehmender Zeit das Vertrauen in ihn und damit auch das Amt des Bundespräsidenten an Glaubwürdigkeit eingebüßt haben. Ganz nach dem Motto „Besser die Wahrheit“ stand Wulff bereits 2007 Rede und Antwort. Damals äußerte er sich ausschließlich zur politischen Situation des Landes, heute muss er in diesem Zusammenhang eher die eigenen Taten und Worte rechtfertigen. Damit wird er auch in den kommenden Wochen zu tun haben, womöglich geht die große Hetzjagd jetzt erst richtig los. Die Folgen für das Amt des deutschen Staatsoberhauptes kann sich jeder ausmalen. Beim Nachfolger Wulffs wird jeder ganz genau hinschauen, ob der oder die Neue nicht besser gleich die Wahrheit sagen möchte. Herr Lammert und Herr Voßkuhle haben bereits abgesagt. Mal sehen, wie rein das Gewissen der anderen Kandidaten Gauck und Huber ist.


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