Christa Wolf – Schriftstellerin mit politischem Engagement

Es ist nie einfach über Menschen zu schreiben, die uns einige Tage zuvor verlassen haben. Schon gar nicht, wenn sie wie Christa Wolf so im kulturellen Rampenlicht standen und so viele Menschen in ihrer Meinung beeinflusst haben. Christa Wolf verstarb Anfang Dezember im Alter von 82 Jahren und hinterlässt so eine Lücke, die sie bis zu ihrem Tod in der Literatur auf beeindruckende Art und Weise ausfüllte. Wolf ist die Autorin, die wir ewig mit ihrer Erzählung „Der geteilte Himmel“ in Erinnerung behalten, die wir mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem Heinrich-Mann-Preis, dem Georg-Büchner-Preis oder dem Nelly-Sachs-Preis in Verbindung bringen und an deren politisches Engagement wir ewig denken werden.

So wie die gebürtige Polin Christa Wolf in ihrer berühmten Rede „Sprache der Wende“ im November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz für den Umbruch der DDR-Regierung plädierte, so zogen später noch einige andere gegen das Staatssystem, wobei Wolf selbst wie viele andere Literaten der Zeit noch nicht an einen kompletten Zerfall der DDR glaubte. Geprägt haben die täglichen Eindrücke auch Wolfs Werk. In „Kassandra“ beispielsweise ist es eine Seherin, die sich mit dem abendländischen Patriarchat auseinandersetzt und ihren ganz eigenen Kampf um Autonomie beschreibt. Wolfs letztes Werk stammt aus dem vergangenen Jahr. In Stadt der Engel oder The Overcoat Of Dr. Freud zeigt sich deutlich, dass Wolf auch noch im hohen Alter blendende Literatur verfasste. Auf den Spuren einer ehemaligen Emigrantin erlebt Wolf in Los Angeles, wie unterschiedlich das Schicksal einen treffen kann.


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter