Buchtipp: Wolfram Weimer – Land unter

Es gibt viele Sachen, die ein Laie ohne rechtes Hintergrundwissen nicht versteht. Viele politische Entscheidungen gehören dazu. Als Wähler ist der Bürger zwar in die Grundsatzentscheidungen seines Staates mit eingebunden, spätestens aber bei einigen folgenden Gesetzesentscheidung ist er machtlos. Diese Problematik spricht auch Politikkritiker Wolfram Weimer in seinem neuen Werk „Land unter“ an. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, weist er auf die Schwächen unseres Systems hin, ohne die es nie zu Erscheinungen wie zu Guttenberg oder Christian Wulff gekommen wäre. Insbesondere in einer Woche, in welcher Bundespräsident Gauck die Kanzlerin zu mehr Klarheit in Bezug auf die Eurounterstützung Griechenlands gebeten hat.

Ein System mit viel Raum für Fehler

Was Weimer ganz besonders in den Fokus seiner Ausführung rückt, ist die Tatsache, dass es innerhalb des politischen Systems in Deutschland einfach zu viele Unklarheiten darüber gibt, was erlaubt ist und was verlangt wird. Während sich ein Regierungschef mit anderen Vertretern anderer Länder trifft, werden Gesetze und Verbindlichkeiten abgesprochen, von denen der Bürger lediglich das Resultat, nicht aber Ursache und Zweck erkennen kann. Bliebe man beim Beispiel Euro-Debatte, wirkt dies sinnbildlich für den gesamten politischen Handlungsapparat, der irgendwie ohne richtig Haltung zu beweisen mehr hinhält als bewegt. Dies zu ändern und wieder klarer für die Interessen einzutreten, fordert Weimer auf seinem 96-Seiten-Pamphlet, das nicht nur für Politikinteressierte zur richtungsweisenden Literatur werden kann.


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  1. […] Buchtipp: Wolfram Weimer – Land unter […]

    13.07.2012
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