Buchtipp: Wladimir Kaminer – Onkel Wanja kommt

Kaminer - Onkel Wanja kommtEinen Gang ins Kino überlegt man sich heute vorher. Je nachdem, für welches Genre man Interesse hegt und was der Anlass für den Besuch ist, erwählt man den passenden Film. Manche von ihnen passen eher in die Sparte des romantischen Zusammenseins. Bei anderen hingegen geht es einfach nur mal darum, mit den besten Kumpels mal wieder große Maschinen und starken Männern bei der Arbeit zuzusehen. Als ich mir „Russendisko“ angesehen habe, ging ich ohne große Pläne ins Lichtspielhaus, ich wollte ohne großen Zwang einfach nur unterhalten werden. Das gelang dem Film dann auch und ich persönlich bin das erste Mal in Kontakt mit dem in Berlin lebenden Wladimir Kaminer gekommen, den ich fortan als Schreiber simpler Alltagsunterhaltung zu schätzen gelernt habe. Mit seinem neuen Werk „Onkel Wanja kommt“ hat er nun ein weiteres Stück Abwechslung in den Literaturalltag gebracht, eines, das wieder einmal versteht, zu unterhalten.

Bewegender Humor

Was den Hauptstädter von anderen Autoren seiner Zunft abhebt, ist seine einzigartige Fähigkeit, humorvolle Anekdoten mit dem Ernst des Lebens zu verbinden. In der smarten Familiengeschichte über den beliebten Onkel geht er diesen Weg konsequent weiter. Seine letzten Stunden stehen Wanja bevor. So kann ihm der geliebte Neffe natürlich nicht den Wunsch abschlagen, möglichst noch viel von der Welt zu sehen. Dass aus dem anfänglichen Reisewunsch letztlich ein Trip durch die Berliner Nächte wird, darf getrost als Hommage an die Wahlheimat des Autors verstanden werden. Hier ist nämlich ordentlich etwas los. Die Beiden philosophieren dabei über das Leben, nützliche und auch unnütze Erkenntnisse bilden die Quintessenz.

Ein volksnaher Autor

Damit ist es eigentlich bereits vorprogrammiert, dass man nach diesem Buch mehr grübelt als vorher. Ein typischer Kaminer eben. Dieser ist mittlerweile nicht nur ein begnadeter Autor, er tritt auch immer öfter vor großem Publikum auf. Von seinen Veranstaltungen in der „Russendisko“ möchte man noch gar nicht reden. Für all seine Schätze, die er den Menschen in seine Bücher, Bühnenshows und auch den Kinofilm gepackt hat, darf letztlich eine Sache festgehalten werden, die genau genommen alles zusammenfasst. Dieser Mann versteht es ganz einfach zu bewegen und zwar authentisch und zu keiner Zeit unglaubwürdig.


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