Buchtipp: Tina Fey „Bossypants – Haben Männer Humor?“

Buchcover Bossypants - Haben Männer Humor?Superlative sind Extreme, doch dieses hier scheint amtlich: „Tina Fey ist die witzigste Frau der Welt!“ In ihrer Paraderolle als republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin in der TV-Sendung „Saturday Night Life“ eroberte sie die Herzen der Fans und auch der echten Palin im Sturm. Dies ging sogar soweit, dass Sarah Palin während ihrer Kandidatur Autogrammkarten mit der Aufschrift „Ich bin Tina Fey“ verteilte. Eine wechselseitige Werbung, die für wechselseitige Sympathie spricht. Heute produziert sie ihre eigene Sendung und kann von sich behaupten, ihre Träume erfüllt zu haben. Grund genug für eine erste unterhaltsame Biografie der Amerikanerin, die an Ehrlichkeit, Witz und Mut zur Hässlichkeit kaum zu überbieten ist.

Tina Fey war von jeher anders als ihre Mitmenschen: Mal dick und dann wieder dünn funktionierte ihr Körperumfang wie ein selbstantreibendes Jojo. Eher clever als glamourös machte sie von sich Reden. Das feine Mädchen lag ihr nie, wenngleich sie in ihrer Kindheit eher schüchtern war. Ihren Abschluss erwarb sie 1992 im Fach Drama an der Universität von Virginia, an der sie sich am meisten mit schwulen Männern umgab, deren Witz und Gehässigkeit sie liebte. Anschließend ging sie nach Chicago, jobbte und nahm abends Schauspielunterricht in der renommierten Theatergruppe „The Second City“. Diese Vereinigung ambitionierter Schauspieler war bereits Sprungbrett für einige namhafte Leinwandhelden unserer Tage wie beispielsweise Dan Aykroyd,  Jon Belushi, Bill Murray und Mike Myers. Doch bevor die ganz große Karriere begann, hieß für alle der eben Genannten zuerst einmal in der US Comedy Serie „Saturday Night Fever“ Erfahrungen zu sammeln. Von 1997 bis 2006 arbeitete sie als Autorin für das Ensemble, ab 99 sogar in einer Chefposition. Hierfür gewann sie den Writers Guild of Amrica Award und einen Emmy. Darauf folgten erste Gehversuche als Drehbuchautorin und Schauspielerin im Kinofilmbereich. Mit der von ihr konzipierten Serie „30 Rock, in der sie ihre Erfahrungen als Autorin verarbeitete, landete sie auf dem Sender NBC ab der vierten Staffel einen Megaerfolg. Obwohl die Kritiker von ihrer Idee und auch der Darbietung restlos überzeugt waren, verliefen die ersten Staffeln eher schleppend. Darauf folgten dann aber siebzehn Nominierungen bei den Golden Globes, wovon sie vier in den Hauptkategorien mit nach Hause nehmen konnte.

Natürlich werden auch diese Themen in ihrem Buch „Bossypants – Haben Männer Humor?“ angepackt, aber vorrangig geht es um einen persönlicheren Blick hinter die Kulissen, den sie mit peinlichen und unbearbeiteten Schnappschüssen dokumentiert. Von der Kindheit bis heute lässt sie nichts aus, um das Ausmaß ihres Humors glaubhaft darzustellen. Dabei ist sie frech, frisch, bescheiden und liebenswert – in Verbindung mit ihrem komödiantischem Talent einfach unschlagbar!


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