Buchtipp: Suzanne Collins – „Tribute von Panem“ / Band 1 „Tödliche Spiele“

DIe Tribute von PanemAugenblicklich bricht die Verfilmung des ersten Teils der Trilogie „Tribute von Panem“ sämtliche Rekorde der Kinokassen. In alter Tradition mehrteiliger Bücher der Jugendliteratur, wie die „Twilight“-Saga oder die „Harry Potter“- Serie, ist ein wahrer Hype ausgebrochen, der die Bekanntheit des Buches, speziell des ersten Teils „Tödliche Spiele„, um ein Vielfaches potenzierte. Nicht, dass die Erfolgsautorin Suzanne Collins darauf angewiesen wäre, denn bis hierher hatten ihre Veröffentlichungen bereits den Bestseller-Status erreicht. Die spannende Geschichte um die 17-jährige Katniss, im Kampf gegen ein totalitäres Regime, begeisterte bis dato eine Menge Leser aller Altersgruppen.

In einer undefinierten Zukunft ist das Nordamerika, wie wir es kennen, nur noch eine verschwommene Erinnerung. Das Land ist von Naturkatastrophen und Kriegen zerstört und die skrupellose Regierung des neu entstandenen Lands „Panem“ demonstriert mit Freude unantastbare Macht und willkürliche Brutalität. Jährlich werden ein Junge und ein Mädchen pro Distrikt ausgelost, um sich mit anderen Teilnehmern auf Leben und Tod zu duellieren. Dies passiert unter den Augen der Zuschauer der Arena, aber gleichzeitig ebenfalls per landesweiter Fernsehübertragung. Katniss tritt anstelle ihrer jüngeren Schwester an, die sie zu schützen versucht und präsentiert sich als intelligente und kraftvolle Kämpferin. Entgegen der ausgeschriebenen Spielregeln wird sie während eines Wettkampfs von Peeta gerettet. Beide inszenieren eine junge Liebe, um sich die Sympathie der Zuschauer zu sichern. Im Verlauf des Spiels entwickeln sich jedoch echte Gefühle, die beide vor die unausweichliche Wahl stellen, sich selbst oder einen geliebten Menschen zu töten. Mit dem regierenden System im Nacken, das fortlaufend die Regeln zum Wohle der Dramatik und für ihre eigenen Zwecke abändert, entsteht ein spannender Wettlauf, dessen Ende vermutlich keinen wirklichen Sieger zählt.

Collins Thema ist brandaktuell und garantiert ein Grund für den immensen Erfolg. In Zeiten von TV-Formaten à la „Big Brother“, die das „wahre Leben“ mit losem Drehbuch vorabendlich in unsere Wohnzimmer bringen und dabei Würde und Anstand ausblenden, war die Veröffentlichung des ersten Bands, „Tödliche Spiele“, wie das sprichwörtliche Öl im Feuer. Teenager, die einem korrupten System ausgesetzt sind und in morbiden Wettkämpfen um ihr Leben ringen, haben zwar wenig von dem Zauber anderer aktueller Serien, aber einen stärkeren Bezug zur aktuellen Medien-Landschaft. Wenngleich die Parallelen zu anderen Werken wie Stephen Kings „Todesmarsch“ und „Menschenjagd“ bzw. zum japanischen Roman „Battle Royal“ nicht von der Hand zu weisen sind, bleibt die Trilogie absolut lesenswert, wenn man die benannten anderen Veröffentlichungen nicht kennt. Actionreiche Todeskämpfe, grausame Diktatur-Visionen und eine unschuldige Liebe gestalten den ersten Band spannend und lesenswert. Nicht umsonst läuft die momentane Kino-Adaption dermaßen erfolgreich.

 


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