Buchtipp: Stephen King – Doctor Sleep

King - Doctor SleepMüsste man das Gesamtwerk von Stephen King mit nur einem Wort beschreiben, wäre es vermutlich das weitläufige Adjektiv faszinierend. Vollkommen egal, was der Meister der schockierenden Unterhaltungslektüre anfasst, es wird zu purem Gold für Leser und Zuschauer. Erst kürzlich kam der deutsche Fernsehzuschauer in den Genuss der ersten Staffel von „Under the Dome“, dessen gleichnamige literarische Grundlage, dt. „Die Arena“, bereits reichlich Eindruck hinterließ. Kings großer Sprung zum Bestsellerautor gelang ihm spätestens mit dem 1977 veröffentlichten Roman „Shining“. Nach mehr als 50 Romanen, 150 Kurzgeschichten und einzelnen Drehbüchern lässt er mit „Doctor Sleep“ seinen ersten großen Erfolg neu aufleben.

Wie verarbeitet Danny die Geschehnisse im Hotel Overlook?

36 Jahre sind vergangen und doch gelingt Stephen King der Anschluss an die Geschehnisse des legendären Horrorwerkes ohne irgendwelche Zwischenphasen. Auf den ersten Seiten kümmert er sich ausführlich um Danny Torrance, der mit dem erlebten Gräuel aus dem Hotel Overlook klarzukommen versucht. Dort wurde der kleine Junge mit seiner Fähigkeit, Vergangenes neu und die Zukunft vorab zu erleben, erstmals konfrontiert. Das hat seine Familie zerstört und letztlich dafür gesorgt, dass er mit seiner Mutter Wendy nach Florida gezogen ist. Nachdem King uns Vergangenes zurück ins Leben ruft, eilt er im Schnelldurchlauf in eine Zeit, in der Danny als Erwachsener durch die Welt wandelt. Zwar bekommt er im Lauf des Werkes seine Alkoholsucht partout nicht in den Griff. Dafür aber hilft er in einem Hospiz vielen Menschen und steht ihnen in den letzten Stunden bei.

Keinesfalls der Einzige

Von anderen als „Doctor Sleep“ bezeichnet, kommt Danny selbst nicht zur Ruhe. Neben dem ständigen Verlangen nach Alkohol macht ihm eine mysteriöse Sekte um Rose The Hat das Leben schwer. Diese sucht in den ganzen Vereinigten Staaten nach Kindern, die über jene Fähigkeit des „Shining“ verfügen. Vampirartig saugen sie ihnen die Gabe aus und verlängern dadurch ihr eigenes Leben. Aktuelles Objekt ihrer Begierde ist die kleine Abra, bei der sich das hochwertige Elixier, wenn auch noch unkontrolliert, als besonders gut ausgeprägt erweist. Danny gerät in die Situation, einem Menschen das schenken zu können, was ihm immer vergönnt war – ein normales Aufwachsen trotz „Shining“. Ob es ihm gelingen wird, bleibt an dieser Stelle unbeantwortet. Klar ist aber, dass es Stephen King einmal mehr gelingt, ein grandioses Netz an spannungsgeladenen Momenten zu spinnen. Wer seine Werke bisher mit Leidenschaft verzehrt hat, dem wird dieser Roman auf jeden Fall ein weiteres Highlight bieten.


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