Buchtipp: Steinbrück oder Merkel?

Steinbrück oder Merkel?Bis zum 22. September sind es noch knapp vier Wochen. Das mag nach reichlich Zeit klingen, ist für eine derart bedeutende Entscheidung aber gar nicht einmal so lang. Die bevorstehende Wahl ist richtungsweisend für die kommenden Jahre. Aufgrund von einzelnen Gesetzesbeschlüssen werden wir noch in Jahrzehnten mit den Entscheidungen der Regierung von 2013-2017 leben müssen. So ist das in einem demokratischen Staat. So ist das, wenn wir als Bürger mehr oder weniger direkt mitbestimmen können, wo die Reise hingeht. Ob wir den Weg mit Angela Merkel weitergehen wollen, lieber auf Peer Steinbrück setzen oder aber beide in der Regierung sehen werden, muss der September zeigen. Das politkritische Buch „Steinbrück oder Merkel?“ weist auf die eventuellen Folgen möglicher Regierungsmöglichkeiten hin und hilft dem einen oder anderen Unentschlossenen bei der Entscheidungsfindung.

Zwei Varianten für Deutschlands Zukunft

Immer wieder geben Wahlabgeneigte an, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien gar nicht so groß sind. Eine parteibefürwortende Entscheidung ist da gar nicht so einfach. Wählen zu gehen aber ist wichtig. Darauf weisen auch die Autoren Heye, Müller-Vogg und Bissinger hin. Interessanterweise geht es in diesem Buch nicht darum, dem Wähler eine Alternative näherzubringen. Beide Varianten, Schwarz-Gelb und Rot-Grün, werden vorgestellt und ausführlich in den Grundsätzen dargelegt. Müller-Vogg verteidigt die Amtsinhaberin und ergreift Partei für die aktuelle Regierungskoalition. Manfred Bissinger nimmt Abstand davon und präferiert die Sozialdemokraten, die nicht länger als Opposition fungieren sollen.

Parteiwerbung auf Argumentbasis

Gerade, weil es auch Ähnlichkeiten gibt, ist die Abgrenzung mittels Schlagwörter im heutigen Wahlkampf so entscheidend. Mehr als 50 Stichwörter zu aktuellen politischen Themen werden auf den gut 120 Seiten abgehandelt. In komprimierter Form wird auf Probleme und Zukunftsideen, auf Energiewende, Steuererhöhungen und Bankenpleite eingegangen. Dass dabei auch ein Seitenblick auf andere Protagonisten der einzelnen Gruppierungen erfolgt, rundet das Werk ab. Dadurch, dass beide primären Entscheidungsmöglichkeiten gleichberechtigt zu Wort kommen, wird keine Meinung aufgezwungen. Die Entscheidung, welche Richtung einen mehr überzeugt, bleibt beim Leser. Genügend Argumente für und wider aber werden im heutigen Buchtipp genügend genannt. Womöglich trägt auch das direkte Gespräch beim TV-Duell am Sonntag zur eigenen Meinungsbildung bei.


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