Buchtipp: Sebastian Fitzek & Michael Tsokos – Abgeschnitten

Fitzek & Tsokos - AbgeschnittenErst gestern stand ein Autorenduett im Fokus, dass sich aufgrund der Lebensgeschichte bestens kennen müsste. Das heutige Dreamteam ist zwar nicht miteinander verwandt, aufgrund ihres bisherigen literarischen Schaffens passen sie aber bestens zueinander. Zudem eint sie die Gemeinsamkeit, täglich Hauptstadtluft atmen zu dürfen. Sebastian Fitzek ist seinerseits studierter Jurist und hat sich nach dem ersten Staatsexamen dazu entschlossen, als Redakteur beim Radio und als Autor von atemberaubenden Thrillern auf sich aufmerksam zu machen. Michael Tsokos hingegen hat Medizin studiert und gilt heute als einer der angesehensten Rechtsmediziner des Landes. Ganz nebenbei hat er seine besten Fälle auch noch in zwei Sammelwerken veröffentlicht, die von der Masse sehr positiv aufgenommen wurden. Einzeln sind die Beiden bereits lesenswert, ihre Anfang September erscheinende Zusammenarbeit „Abgeschnitten“ jedoch wirkt wie ein spannungsgeladenes Pulverfass, auf das sich jeder freuen darf.

Alles beginnt mit einer Leiche

Eigentlich jeder gute Thriller beginnt mit dem Auffinden einer Leiche. Nicht selten ist entweder die Todesursache oder auch das Mordmotiv ungeklärt. Manchmal herrscht sogar über die Identität des Opfers Unkenntnis. In diesem Fall spielt dies jedoch eine eher nebensächliche Rolle. Viel entscheidender wirkt von der ersten Seite an der Rechtsmediziner Paul Herzfeld. Dieser findet am Kopf einer, zugegeben sehr monströs präparierten, Leiche einen Zettel, auf dem die Telefonnummer seiner Tochter steht. Spätestens jetzt weiß der Leser, dass die erste Leiche für das weitere Geschehen nur den Ausgangspunkt bildet. Die Suche nach der verschleppten Hannah führt nach Helgoland, wo eine weitere Leiche mit Hinweisen gefunden wird. Herzfeld erfährt zwar davon, kann aber nicht direkt eingreifen, da die Insel durch einen Orkan von der Außenwelt abgeschnitten ist. Während der große Teil der Bevölkerung bereits evakuiert wurde, ist die Comiczeichnerin Linda weiter vor Ort. Aus Mangel an Möglichkeiten führt diese die anschließende Obduktion durch, wobei Herzfeld zumindest telefonisch mitwirken kann.

Einflüsse zweier Bestsellerautoren

Dadurch, dass Linda keinerlei Erfahrungen bei der Skalpellhandführung hat und ebenso wenig über Kenntnisse im Umgang mit Leichen verfügt, bekommt man während der Gespräche viele Informationen über das Handwerk eines Rechtsmediziners. Insofern schließt Tsokos an seine bisherigen Veröffentlichungen an und liefert dem Leser Einblicke in seine Arbeit. Ohnehin scheint die Rolle von Paul Herzfeld nicht zufällig gewählt. Dass auch Fitzek einen großen Anteil am Werk hat, zeigt sich im psychotischen Wahn des Entführers, der sich ganz gut in die Reihe der bisherigen Mörder des Autors einfügen lässt. Brillant zusammengemischt ergibt diese Mixtur aus Elementen, die wir von beiden Schriftstellern kennen, ein perfektes Stück Unterhaltung.


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