Buchtipp: Robert Harris schürt die „Angst“

Eigentlich bin ich ein Fan von historischen Romanen, doch bei Robert Harris konnte die Begeisterung für das historische Gut nicht so ganz überschwappen. Umso erfreuter musste ich bei seinen moderneren Romanen feststellen, wie großartig dieser Mann Geschichten schreiben kann. Vor allem schafft er es, für den Laien so Unverständliches in einen verständlichen Gesamtkorpus einzubetten. In seinem neuen Roman „Angst“ inszeniert Harris ein Konstrukt inmitten der unübersichtlichen Finanzwelt. Ich persönlich verstand bei den Begriffen Hedgefonds und Co. in der Regel nur Bahnhof und auch beim mathematischen Spektrum des Algorithmus wahrte ich eher Distanz. Jetzt verstehe ich beides und beides ist ehrlich gesagt auch das, was mir nun „Angst“ macht.

Wissenschaftler Alex Hoffmann war nie wirklich am Börsengeschäft interessiert, doch als ihm aus heiterem Himmel das Angebot gemacht wird, seine langjährigen Forschungsergebnisse in diesem Bereich zu nutzen, verändert sich das Bild. Hoffmann entwickelt gemeinsam mit seinem neuen Partner ein Konzept, dass brillant zu funktionieren scheint. Ein intelligenter Algorithmus erzielt Milliardengewinne, die auf dem Markt jegliche Konkurrenz übertrumpfen. Das System ist lernfähig, es kauft und verkauft nach eigenem Maßstab und scheint sogar gegen die Einflüsse terroristischer Anschläge gewappnet. Als Hoffmann dann von einem Einbrecher überrascht wird, ihm jemand private wie geschäftliche Daten entwendet und sein ganzes Leben aus dem Ruder zu laufen scheint, zeigt sich, welche große Bedrohung wirklich vom technischen Fortschritt ausgehen kann.


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