Der Preis der Leipziger Buchmesse geht an David Wagner mit „Leben“

Wagner - LebenDie Türen sind wieder offen, die Bücher ebenfalls. Mit dem gestrigen Donnerstag öffneten sich die Tore der Leipziger Buchmesse für alle Lesefreunde. Die zweitgrößte Buchmesse Deutschlands verfügt über eine lange Historie, hatte von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Jahr 1945 sogar die Spitzenposition inne. Diese gab man anschließend zwar wieder nach Frankfurt a.M. ab. Nichtsdestotrotz aber gilt auch Leipzig heute noch als besonderer Ort, an dem sich Literaturfans über die neuesten Werke und ihre Eindrücke dazu austauschen können. Bis zum Sonntag ist das nun noch möglich. Eingeleitet wurde die Veranstaltung wie immer seit 2005 mit der Vergabe des Preises der Leipziger Buchmesse. In der Königskategorie Belletristik fiel die Wahl auf „Leben“ von David Wagner.

Ein Roman mit autobiografischen Elementen

Über ein Preisgeld von 15.000 Euro dürfen sich neben Wagner auch Eva Hesse, die in der Sparte Übersetzung für die deutsche Adaption „Die Cantos“ von Ezra Pound ausgezeichnet wurde, und Helmut Böttiger, der mit „Die Gruppe 47 – Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb“ den Preis im Bereich Essayistik/ Sachbuch gewann. Ganz besonders erfreut dürfte jedoch David Wagner sein. Mit der Prämierung seines Werkes wählte die Jury nicht nur einen Roman, sondern zugleich auch seine eigene Lebensgeschichte zum bedeutendsten Buch des Jahres. In „Leben“ verarbeitet der Autor die Geschichte eines Kranken, der auf eine Lebertransplantation wartet. Die Zeit zwischen der Einlieferung in die Notaufnahme und der bevorstehenden Organspende erlebt der Protagonist mit Humor und Angst sowie der Betrachtung existenzieller Themen und denjenigen, die der Krankenhausalltag bereithält. Es gelingt ihm authentisch, weil es letztlich die wahre Geschichte seines Autors ist.

Gegen die Konkurrenz durchgesetzt

Zu erwarten war der Erfolg Wagners keinesfalls. Zwar wurde das Werk euphorisch aufgenommen, bei den Fans im Onlinevoting aber lagen andere Nominierte vorne. Anna Weidenholzer mit „Der Winter tut den Fischen gut“ beispielsweise. Auch Lisa Kränzlers „Nachhinein“ hatten die Fans auf dem Zettel. Für Wagner nun aber entschied sich die Jury vor allem, weil er ein Werk geschrieben habe, dass diese humane Grenzerfahrung mit zartem Humor beschreibe. In der Tat lesen sich die Worte des ehemaligen Journalisten und studierten Literaturwissenschaftlers ohne tiefes Stocken und das trotz einer nicht ganz so einfachen Thematik.


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    18.03.2013
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