Buchtipp: Nazan Eckes erzählt ihre Familiengeschichte: Guten Morgen, Abendland

Nicht zuletzt wegen Thilo Sarrazin stand im vergangenen Jahr wieder ein ganz heikles Thema in der politischen wie gesellschaftlichen Diskussion. Ein jeder meinte, etwas dazu sagen zu müssen und niemand verschwieg die Wahrheit, nämlich dass wir in Sachen Integration in Deutschland definitiv Redebedarf haben. Während die einen behaupten, dass Einwanderer die Quoten in Bezug auf Verbrechen und Schulabbruch in die Höhe treiben, führen andere immer wieder Beispiele an, anhand derer man sieht, dass unsere Integration keinesfalls mit dem Attribut negativ zu pauschalisieren ist. Nehme man den Grünen-Spitzenpolitiker Cem Özdemir oder Fernsehmoderatorin Nazan Eckes. Letztere hat ein Buch über das Thema geschrieben, keinesfalls als Anklage der Verhältnisse, sondern einfach nur als Erzählung ihrer eigenen Geschichte.

Es ist schon eindrucksvoll mit anzusehen, wie Nazan Eckes die Fernsehwelt erobert hat, längst gehört sie zu einem Inventar, das aus der Flimmerkiste nicht mehr wegzudenken ist. Ob Spielshow oder Magazin, die Tochter türkischer Einwanderer verleiht jedem Format einen ganz besonderen Charme. In ihrem Werk „Guten Morgen Abendland – Almanya und Türkei – eine Familiengeschichte“ erzählt sie, wie sie dort hingekommen ist und dass der Weg, vor allem zu Beginn, keinesfalls einfach war. Während andere Kinder Schokonikoläuse mit in die Schule brachten, blieb Nazans Stiefelchen leer. Während andere mit ihren Freunden spielten, weilte Nazan beim traditionellen Essen mit der Großfamilie. Das Werk, welches mittlerweile auch als eBook erschienen ist, zeigt, wie sich eine Deutsch-Türkin in Deutschland zurechtfinden kann und wird so zu einem unterhaltsamen Lehrbuch, das Deutsche und Türken, ja selbst Eltern und Kinder, einen soll.


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