Buchtipp: Michael Tsokos – Der Totenleser

Es gibt Berufe, über die es in unserer Gesellschaft ein gewisses Bild gibt. Nicht selten ist dieses Bild aber nicht annähernd die Reflexion der wirklichen Tätigkeit. Die Rechtsmedizin ist exakt so ein Beruf, der uns vor allem durch die Medien häufig in einem Licht dargestellt wird, das vielleicht nach Hollywood passt, aber nicht die Wahrheit derjenigen Säle darstellt, in denen sich Mediziner wirklich an die Toten heranwagen. Um mit Vorurteilen aufzuräumen, sich gegen CSI und Co. zu wehren und den Menschen die Wahrheit nahezubringen, hat Michael Tsokos, ein Berliner Rechtsmediziner, sich in literarische Gefilde begeben.

Dort hat er mit „Der Totenleser“ nun bereits sein zweites Werk veröffentlicht und mich längst in den Bann gezogen. Waren seine Darstellungen von Fällen rund um die Themen Mord, Suizid und Unfall im ersten Band „Dem Tod auf der Spur“ noch ein wenig zu viel mit wissenschaftlichem Fachjargon überladen, legt Tsokos beim zweiten Versuch noch mehr Augenmerk auf die Hintergründe der einzelnen Geschichten und konzentriert sich so noch mehr auf das, was den Menschen interessiert, nämlich die menschlichen Abgründe, die letztlich zu Gräueltaten führen. Von Spannung erfüllt, kann der Leser die fesselnden Geschichten um Kindesmörder, Geisteskranke und Liebestrunkene nicht mehr beiseitelegen, was „Der Totenleser“ zu einem Thriller der ganz besonderen Art macht und seinen Autor Tsokos zu einem Schriftsteller, dem wohl nie der Stoff für folgende Bände ausgehen wird.


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