Buchtipp: Max Bentow – Die Puppenmacherin

Bentow - Die PuppenmacherinPuppen gehören zur Kindheit vieler Mädchen wie die Zuckertüte bei der Einschulung oder auch das erste Poster eines schnuckeligen Teenie-Superstars an ihren Wänden. So mag es schon ein wenig verwundern, dass der Berliner Autor Max Bentow für seinen zweiten Thriller eben jenes Spielzeug in den Fokus des Grauens legt. „Die Puppenmacherin“ Josephin Maurer ist zwar zunächst nur eine Randerscheinung des Werkes. Schnell aber wird deutlich, dass sie der Schlüssel ist, um eine bizarre Mordserie zusammen zu puzzeln. Diese bringt Mordkommissionsermittler Nils Trojan zurück zu einem Fall, der eigentlich schon als abgeschlossen galt und damit direkt zu Josie Maurer.

Wenn die Vergangenheit zurückkehrt

Ein gutes Jahr ist es her, als besagte Puppenästhetin dem Tod gerade so von der Schippe gesprungen ist. Ein Psychopath hat sie in einen Keller verschleppt und mit reichlich Bauschaum eingesprüht. Kurz bevor sie dem Erstickungstod zum Opfer fiel, rettete man sie. Der Tatverdächtige Karl Junker verstarb danach bei einem Autounfall. Nun hat sie ihr Leben scheinbar wieder gut in die Reihe bekommen, wenngleich sie nachts immer noch von Albträumen heimgesucht wird. Ihr Geschäft lief bis dahin nicht sonderlich gut. Vor kurzem jedoch wurde ein Animationsfilm über ihre Puppen im asiatischen Amigurumi-Häkelstil prämiert. Was zunächst für Freude sorgt, wendet sich schnell zum Schlechten hin. Nach der Ausstrahlung im Fernsehen meldet sich ein Anrufer mit eben jenen Worten, die der Peiniger einst im Keller zu ihr sagte.

Wie kann ein Toter morden?

Dies allein würde sich als Stoff für einen guten Thriller schon erfolgreich machen. Dem hinzu gesellt sich bei Bentow aber auch noch die Tatsache, dass zwei aktuelle Morde genau in die Handschrift des ehemaligen Versuchs passen. Polizist Trojan, der selbst vielerlei Probleme in das Werk mitbringt, stellt die Verbindung schnell her. Zur Unterstützung nimmt er sich seine attraktive Psychiaterin Jana Michels. Diese hilft zwar nicht so sehr bei der Täterfindung, dafür aber Trojan, sein Leben in den Griff zu bekommen. Das wiederum ist nötig, um den Fall zu lösen. Schließlich gilt der Tod des Hauptverdächtigen Junker als bewiesen. Die Frage, die sich abschließend stellt, lautet von daher: Hat der einst Überführte seinen Tod nur vorgetäuscht, um später sein Werk zu vollenden oder möchte jemand anders in seine Fußstapfen treten?


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