Buchtipp: Lucinda Riley – Der Lavendelgarten

Riley - Der LavendelgartenViele Schriftsteller nutzen ihre eigenen Werke, um sich selbst offene Fragen zu beantworten, individuelle Problematiken zu verhandeln und sich letztlich auch selbst zu finden. Erst wenn man ein wenig mehr über einen Autor bzw. eine Autorin in Erfahrung gebracht hat, versteht man auch den wahren Wert, der hinter ihren Werken steht. Die Irin Lucinda Riley ist ein Paradebeispiel des Beschriebenen, denn ihre Werke besitzen eine immense Tiefe und schließlich war es nach schauspielerischen Versuchen das Schreiben, in welchem sie ihre wahre Berufung gefunden hat. Nach zahlreichen Schriften, die sie unter dem Synonym Lucinda Edmonds verfasste, gelang ihr mit dem Roman „Das Orchideenhaus“ 2010 der internationale Durchbruch. Der Lavendelgarten ist nun bereits ihr drittes Werk, das Bestsellerstatus erreicht.

Eine Adelige, die zurück zu den Wurzeln muss

Die junge Emilie de la Martinières hatte sich eigentlich früh von ihrer aristokratischen Herkunft abgeseilt. Ihr Vater ist früh gestorben, die Mutter war selten für sie da. So kapselt sich Emilie vom Familienanwesen in der Provence ab und baut sich als Tierärztin ein eigenes Leben auf. All das erfährt der Leser nach dem Tod von Mutter Valérie, durch den Emilie zurückkehren und das Familienerbe antreten muss. Bei der Darstellung der Situation erfährt man von Seite zu Seite mehr über die einzelnen Familienangehörigen, aber auch die Beziehungen zwischen ihnen. Besonders in den Fokus gerückt wird Tante Sophias Gedichtsammlung, die einiges von der Familienhistorie preisgibt und Emilies bisheriges Bild deutlich ins Wanken bringt.

Lucinda Riley weiß, wovon sie schreibt

Ihr Vater hatte zu Lebzeiten kein gutes Wort über die mysteriöse Tante verloren. Diese aber scheint in ihren Zeilen etwas Interessantes über die Familiengeschichte der de la Martinières für die Ewigkeit festgehalten zu haben. Zentral dort enthalten ist Constance, von der Emilie bisher noch nichts gehört hatte und die eine entscheidende Rolle in der Familiengeschichte gespielt hat. Emilie folgt dem Erzählten und gelangt bei der Suche nach einem alten Geheimnis in die Zeit zwischen 1939 und 1945. Zu den großen Stärken von Lucinda Riley zählt es, dass sie ihren einzelnen Geschichten eine emotionale Tiefe beschert, sie aber auch historisch und regional korrekt verortet. Sowohl bei „Das Orchideenhaus“ als auch dem zuletzt erfolgreichen „Das Mädchen auf den Klippen“ fühlte sich der Leser direkt in die Szenerie hineinversetzt. Ähnlich malerisch erleben wir auch die Erzählung in der Provence. Dass zudem gut recherchierte Informationen über den Zweiten Weltkrieg und die in ihm operierenden Special Operations Executives vorliegen, rundet den positiven Gesamteindruck ab.


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