Buchtipp: John Grisham – Verteidigung

John Grisham - VerteidigungGerichtsfälle jeder Art tragen immer einen großen Unterhaltungswert, vollkommen egal, was sie behandeln. Das mag an unserem Hang liegen, immer unser ganz individuelles Verständnis von Recht und Unrecht durchsetzen zu wollen. Deswegen sind es gerade die großen Prozesse, in denen es um einen medial ausgeschlachteten Mord, einen gigantischen Betrugsfall oder ein Verfahren gegen einen Prominenten geht, die uns diskutieren lassen. Sehr beliebt sind erstmals behandelte Themen von einer gewissen gesellschaftlichen Brisanz, so genannte Präzedenzfälle, in denen Urteile gefällt werden, die Folgen nach sich ziehen. Der US-amerikanische Schriftsteller John Grisham hat sich in seinem Schaffen auf genau diese juristischen Fälle konzentriert, mittlerweile 20 Romane zum Thema geschrieben. Gleich mit seinem ersten Justizwerk, „Die Jury“, verdiente er sich hohes Ansehen. Der Roman wurde später mit Matthew McConaughey, Sandra Bullock und Samuel L. Jackson brillant verfilmt. Ähnliches könnte auch dem neuen Stück „Verteidigung“ wiederfahren – Potenzial hat es allemal.

Bekanntes Sujet – David gegen Goliath

In seinem aktuellen Werk thematisiert Grisham einen Fall, der sich in vielen erfolgreichen Justizbüchern und –filmen wiederfindet. Es ist der Kampf des Kleinen gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner. Erst vor kurzem konnte man wieder den Fall der Erin Brockovich im Fernsehen sehen. Ganz ähnlich ergeht es nun der Anwaltskanzlei Finley & Figg, die es sich ebenfalls vorgenommen hat, einen gigantischen Konzern zur Rechenschaft zu ziehen. Einer der Eigentümer, Wally Figg, stößt auf einen Todesfall. Die Ursache dafür soll ein Medikament gewesen sein. Die Kanzlei hat mit einem Fall einer solchen Größenordnung bisher keine Erfahrungen gesammelt. Die meisten Fälle beziehen sich eher auf Kleindelikte und Verkehrsunfälle. Nun jedoch möchte man gegen die bestbezahltesten Anwälte in den Kampf ziehen und den Hersteller auf Millionen verklagen.

Der Joker ist einer von ihnen

Das entscheidende Puzzleteil für den Ausgang des Falls ist ein junger aufstrebender Anwalt, dessen Schicksal sich auf zufällige Art und Weise zur besagten Kanzlei verirrt. Eigentlich stand David Zinc eine große Karriere bevor. Kurz nach seinem Harvard-Abschluss kam er in der renommierten Rogan-Rothberg-Gruppe unter. Diese zählt zu den besten Anwaltskanzleien in ganz Chicago. Der Job, von dem viele andere träumen, gestaltet sich für Zinc nur nicht so wie er es sich erwünscht hat. Nach fünf Jahren mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von rund 90 Stunden kündigt er. Vollkommen betrunken trifft er auf Finley und Figg, die ihre große Chance wittern und das junge Talent unter ihre Fittiche nehmen. Dank seinem Know-How haben sie zumindest eine Chance gegen den großen Gegner. Dass dieser Fall dabei viel schwerer und verzwickter wird als es vorab angenommen wurde, sollte bei einem Grisham-Roman ebenso klar sein wie die Tatsache, dass man ihn nicht so einfach zur Seite legen kann.


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