Buchtipp: Jean-Christophe Grangé – Die Wahrheit des Blutes

Grange - Die Wahrheit des BlutesMan möchte niemandem zu nah treten, aber für wirklich gute Kriminalromane scheinen französische Schriftsteller nicht unbedingt als geeignetes Beispiel Spalier zu stehen. Westlich des Rheins hat man Leute wie den Dramatiker Victor Hugo, den Historiker Alexandre Dumas oder auch den Philosophen Jean-Paul Sartre hervorgebracht. Krimis hingegen verorten wir eher in den Norden Europas, in unsere Landesgrenzen oder aber auch in die großen USA. Gut, dass Autoren wie Jean-Christophe Grangé einen  eines besseren belehren. In seinem neuen Werk „Die Wahrheit des Blutes“, wohlgemerkt der buecher.de Krimi des Monats, überzeugt er einmal mehr mit unverkennbarem Wiederkennungswert.

Täter und Fahnder mit einer sonderbaren Verbindung

Anders als viele andere Autoren des Bereichs setzt Grangé nicht auf die Wiederkehr eines bereits bekannten Ermittlers. Seine Werke leben von der Geschichte, nicht von besonderen Charakteristika irgendwelcher Polizisten oder Detektive. Nichtsdestotrotz hat auch Olivier Passan ein gewisses Format. Äußerlich wird der Kommissar als ein Muskelprotz mit Bürstenhaarschnitt beschrieben. Er agiert als Einzelgänger, hat eine Vorliebe für Japan und konnte sich vermehrt als guter Spurenleser beweisen. Ihm gegenüber steht ein Serienkiller, der es auf hochschwangere Frauen abgesehen hat. Passin weiß auch genau, um wen es sich dabei handelt, doch der gesuchte Patrick Guillard ist seinem Widersacher immer einen Schritt voraus. Dass beide auf eine Vergangenheit als Waisenkind zurückblicken und später beruflich Karriere machen konnten, verbindet sie. Hinzu kommt noch ein anderes Band, das beide nicht voneinander loslässt.

Probleme in den eigenen vier Wänden

Um erfolgreich arbeiten zu können, braucht der Mensch Ruhe in seinem Umfeld. Aus diesem Grund steht Grangé morgens um vier Uhr in der Früh auf. Ohne Straßenlärm, Telefonklingeln und Co. lässt es sich besser schreiben, besonders wenn dann noch Puccini im Hintergrund läuft. Für Passan gibt es derartige Ruhe nicht. Mit seiner japanischen Frau Naoko läuft es gar nicht gut, die Ehe liegt in Scherben. Der Hauptakteuer lebt in der gemeinsamen Villa nur noch in den Kellerräumen, eine Zukunft beider wirkt unmöglich. Als er dann zunehmend Klarheit in den aktuellen Fall bekommt, wird es zuhause ungewöhnlich. Irgendjemand treibt in Passans eigenen vier Wänden sein Unwesen. Plant Guillard da etwa den vernichtenden Gegenschlag? Nicht nur Passan ist von ihm besessen, sondern auch der Täter vom Ermittler. Als Hermaphrodit geboren, hat er viele Operationen und noch mehr Ablehnung erlebt, Passan war für den Killer stets der Inbegriff des Männlichen.


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