Buchtipp: Horst Evers – Für Eile fehlt mir die Zeit

Das Leben ist so wie es ist. So facettenreich es sich scheinbar gestaltet, so eintönig kann es auch sein, wenn man nicht bereit ist, es sinnvoll auszufüllen. Genau genommen besagt der heutige Buchtipp von Horst Evers, seine Hommage an das Leben „Für Eile fehlt mir die Zeit“, exakt eine Sache, die man insofern als die Quintessenz der 221 Seiten ansehen sollte – Wir dürfen die Welt und unseren Platz in ihr nicht so ernst nehmen. Evers, der Mann der logischen und relativ simplen Ansichten, schafft vor allem eines, er vertreibt uns die Lesezeit mit abwechslungsreichen Erzählungen aus dem Alltäglichen.

Mit Brei beginnen wir, mit Brei enden wir

Der Unterhaltungseffekt, den er erzielt, charakterisiert sich durch seine nüchterne Betrachtung der alltäglichsten Geschichten aus einer Welt, die der technische Fortschritt stets zu verändern gewillt ist. Nehme man beispielsweise die Errungenschaft Saftpresse. Traut man uns etwa nicht mehr zu, dass wir dazu in der Lage sind, Obst in Stücken zu essen. Wo genau soll das denn hinführen, essen wir auch bald unser Mittag und das Abendbrot als Püree? Eine Erkenntnis des Lebens wäre damit wieder kreisförmig zurückgekehrt. Schon als Baby nehmen wir unsere Nahrung als Brei zu uns, im Alter ist das auf Dauer dann wohl nicht anders.

Leben verlängern oder Zeit verlieren

Ganz ähnlich sieht Evers die humanen Versuche, das eigene Leben in die Länge zu ziehen, ein möglichst hohes Alter zu erreichen. Dafür soll man zum Beispiel jeden Tag eine Stunde spazieren gehen. Diese tolle Sache schenkt uns zwei weitere Lebensjahre, vier benötigen wir allerdings zusammengezählt, um diesen Effekt erzielen zu können. Es sind gerade diese Ansichten und Erklärungen, die Horst Evers so lesenswert machen und nach dem Lesen einen gewissen Aha-Effekt auslösen. Betrachten wir die Welt mit seiner Haltung, ist es vielleicht leichter, glücklich zu werden – mehr Aufwand bedeutet das nicht.


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