Buchtipp: Felix Baumgartner – Himmelsstürmer

Baumgartner - HimmelsstürmerEin Buch zu schreiben, kann mehrerlei Hintergründe haben. Entweder geht dem ein wundervoller Einfall hervor, eine bewegende Liebes- oder Abenteuergeschichte, so dass wir als Resultat einen Roman erleben. Oder aber, man möchte seine Meinung zu einer bestimmten Sachlage kundtun, einem gesellschaftlich-politischen Thema beispielsweise. Es gibt dann aber auch jene Bücher, die geschrieben werden müssen, weil die Masse es fordert, praktisch nach dem Inhalt lechzt, da dieser bereits vorher in groben Zügen bekannt ist. In diese Kategorie fällt zum Beispiel das autobiografische Werk „Himmelsstürmer“ von Extremsportler und Rekordmann Felix Baumgartner, der im vergangenen Oktober einen gigantischen Sprung gemacht hat.

Aufmerksamkeit als Belastung

Als bekannt wurde, dass sich Basejumper Baumgartner an einem Sprung aus 39 Kilometern Höhe, also mal eben aus der Stratosphäre, hinab auf die Erde stürzen würde, machte man daraus ein mediales Großereignis. Natürlich war das so, schließlich hat dieses Risiko vorher nie jemand auf sich genommen. Gerade diese Resonanz, dieses immense Medienecho jedoch empfand der Springer selbst als Belastung. Baumgartner, der sich anfangs als KFZ-Mechaniker seine Brötchen verdiente und stets davon sprach, der Nachwelt etwas hinterlassen zu wollen – eben jenem Österreicher war der große Trubel um seine Person irgendwie auch ein wenig sonderbar. Genau davon spricht er in seinem Buch, das uns auch Erlebnisse wie den Sprung von der Jesusstatue in Rio de Janeiro oder den vom Taipei 101 näherbringt. Geprickt mit Anekdoten, wie einem gemopsten Blumenstrauß, den er dem Messias beim Sprung in Brasilien hinterließ, avancieren die rund 250 Seiten dann doch ein wenig zur Abenteuergeschichte.

Das Wichtigste ist es, die Angst zu überwinden

Diese scheint mit dem Rekordsprung aus dem Jahr 2012 nun beendet, gab Baumgartner doch bekannt, dass er sich aus dem Extremsport zurückziehen möchte. Was soll der 44-Jährige letztlich auch noch besser machen? Sein Sprung ist bereits jetzt Legende. Dass dieser auch an kleinen Dingen hätte scheitern können, wird ebenso deutlich. Baumgartner verweist auf die Angst vor dem Anzug und das bereits angesprochene mediale Gefängnis, in das er eingesperrt war. So kann das Buch im entferntesten Sinne auch als Ansporn für jeden Leser gesehen werden. Ängste besitzen wir alle, selbst ein Mann, der sich aus 39 Kilometern Höhe auf die Erde fallen lässt. Die Kunst ist es, sich diesen zu stellen und sie zu überwinden – Baumgartner hat das geschafft. Nun liegt es an uns, ihm zu folgen und sie, wenn auch nicht in schwindelerregenden Höhen, zu überwinden.


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