Buchtipp: Dieter Nuhr – Das Geheimnis des perfekten Tages

Dieter Nuhr - Das Geheimnis des perfekten TagesVon Hause aus verdient sich der heute 52-jährige Dieter Nuhr seine Brötchen mithilfe verbal geäußerter Worte, die nicht selten ein Schmunzeln beim Zuhörer auslösen. Der Rheinländer gilt als Mitglied der absoluten deutschen Comedyelite, ist neben seinen eigenen Bühnenshows auch auf verschiedenen Großveranstaltungen zu bewundern. Nuhr agiert dabei sehr einzigartig. Nicht bei den Themen, über die er spricht, sondern bei der Art und Weise, wie er dies vollbringt. Zwar ist er sich auch für manchen Running Gag nicht zu schade, generell aber ist es gerade seine sonderbare philosophische Tiefe, die ihn besonders macht. „Das Geheimnis des perfekten Tages“ stellt mittlerweile sein fünftes Buch dar, mal abgesehen von jenen, die zu seinem Showprogramm gehören und einem Fotobuch. Es ist das bisher eindrucksvollste.

Ein Tag im Kopf des Dieter Nuhr

James Joyce beschrieb in seinem Werk „Ulysses“ einst einen kompletten Tag im Leben seines Protagonisten Leopold Bloom. Ganz ähnlich erleben wir es auch bei Nuhr. Natürlich in veränderter Form. Weder befindet sich der Comedian im Jahr 1904, noch ist er in Bewegung, zumindest körperlich gesehen. Es vergehen 60 Seiten, bis Dieter Nuhr sich erstmals aus dem Bett erhebt, das Haus verlassen wird er zu keiner Zeit. Stattdessen macht er sich Gedanken über unsere Welt und vor allem über uns als Bewohner dieser. Das Interessante ist dabei, dass er nicht einmal einen großen Witz reißen muss, sondern auch ein kleiner Aphorismus genügt, damit man zu lachen beginnt. Der Gang ins Bad beispielsweise sei eine harte Prüfung, schließlich hänge da mit dem Spiegel die schlimmste Erfindung des Menschen.

Ein Buch voller Fülle

Es sind noch mehr dieser amüsanten Passagen im Rahmen der gut 300 Seiten zu finden. Einzelne Gedankensprünge machen das Werk abwechslungsreich und durchweg variabel. Nuhr hinterlässt bei den verschiedenen Gedankenströmen teilweise skeptische Leser, die selbst nach einer Antwort suchen. Sehr auffällig sind abgebrochene Redewendungen wie „Das Leben ist…“ oder auch „Die Welt ist…“, mit denen zahlreiche Absätze schließen. Was die beiden Sachen nun letztlich ausmacht, das bleibt offen. Stattdessen aber bekommen wir einen perfekten Einblick in den Menschen Nuhr. Dieser hasst es, wenn in einer 30er-Zone noch langsamer gefahren wird. Auch der Kommunismus ist ihm ein Dorn im Auge, wenngleich unsere stetig steigende Abhängigkeit der multimedialen Welt auch nicht unbedingt ein gutes Zeichen ist.


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