Buchtipp: Die Bundeskanzlerfrauen

Um einen genauen Einblick in das zu bekommen, über was ich heute schreiben möchte, scheint es mir wichtig, zwei Werke und in dem Sinne zwei gleichrangige Buchtipps vorzustellen. Das Leben im Rampenlicht ist nie einfach. Klar, es hat sicherlich auch seine schönen Seiten, wenn sich die halbe Welt darum schert, was man anzieht oder sagt. Aber alles in allem steht man auch ständig unter Beobachtung. Genau so erging es Hannelore „Loki“ Schmidt und Hannelore Kohl, zwei Frauen, deren Männer Deutschlands Politik bestimmten und die beide auf unterschiedliche Weise mit ihrer Prominenz umgingen.

Loki Schmidt ist vor gut einem Jahr verstorben. In „Erzähl doch mal von früher“, einem Gespräch mit Reinhold Beckmann, erzählte sie 2008 die Besonderheiten, die ihr Leben als Bundeskanzlergattin von Helmut Schmidt parat hielt. Loki ging mit dieser Bürde stets humorvoll um, sie war immer gut für ein Späßchen und trug zu jeder Zeit lässig die Zigarette im Mundwinkel. Hannelore Kohl setzte eher auf Distanz. Zwar war auch sie mit dem Aufstieg ihres Gatten Helmut im wahrsten Sinne des Wortes dazu verpflichtet, Kameras und Reporterfragen Rede und Antwort zu stehen, wurde dabei aber selten froh. Mit der Zeit wuchsen ihre Leiden und die Angst, dem Rang nicht zu genügen, bis sie vor knapp zehn Jahren auf tragische Weise den Tod fand. Heribert Schwan portraitiert Hannelore Kohl auf bewegende Weise und widmet ihr, die es nie einfach hatte, mit „Die Frau an seiner Seite“ ein lang ersehntes Werk.


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