Buchtipp: „Das Alphabethaus“ von Jussi Adler-Olsen

Es gibt wohl nichts Schlimmeres als ein Menschenleben zu führen, das nicht das eigene ist. Sich in jeder Situation zu verstellen, um nicht enttarnt zu werden, jedes noch so unerträgliche Übel über sich ergehen zu lassen, ohne wirklich die Chance zu haben, sich dagegen aufzulehnen. Der dänische Thrillerautor Jussi Adler-Olsen, den wir bereits von den Werken rund um den Ermittler Carl Mørck wie beispielsweise „Erbarmen“ kennen, hat sich in seinem Debütroman und dem heutigen Buchtipp dieser Thematik gewidmet und mit „Das Alphabethaus“ ein eben solches Menschenleben darstellt.

Es ist das Jahr 1944, Europa ist Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen und zwei britische Piloten stürzen auf deutschem Gebiet ab. Bryan und James schaffen es sich in einen Lazarettzug zu retten, welcher ansonsten für Offiziere der SS bereitgestellt ist. In diesem überwältigen sie zwei Deutsche, stoßen sie aus dem Zug und nehmen fortan ihre Identität an. Was beide nicht wissen, ist, dass die Fahrt direkt in „Das Alphabethaus“ führt und damit in eine Einrichtung, die speziell für psychisch Erkrankte angelegt wurde. In der Anstalt erleben beide die Willkür der Angestellten und den skrupellosen Umgang mit den Patienten. Nach einiger Zeit gelingt zumindest Bryan die Flucht. Dreißig Jahre später kehrt der mittlerweile als Sportarzt Tätige unter dem Vorwand der Olympischen Spiele zurück und stößt auf die alten Peiniger und schließlich auch auf seine ehemaligen Kameraden. James ist es in den Jahren wesentlich schlechter ergangen und so lechzt er förmlich nach Rache.


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