„Buchtipp: Cecelia Ahern – Solange du mich siehst“

Solange du mich siehstEs gab eine Zeit, in der mich Cecilia Ahern verfolgte. Kein Nachttisch, auf dem ich ihr Erstlingswerk „P.S. Ich liebe Dich“ nicht gesehen hätte. Die Sitze der Straßenbahn waren  plakatiert mit blauen Buch-Covern und die zumeist weiblichen LeserInnen starrten nach jedem dritten Satz gedankenversunken und mit glasigen Augen aus dem Fenster. Es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass Cecilia Ahern ein weltweites literarisches Lauffeuer gezündet hatte, auf das auch Hollywood reagierte und die Geschichte im Jahr 2007, natürlich mit Starbesetzung, überaus erfolgreich verfilmte. Auch ihre folgenden Veröffentlichungen fanden, bei Lesern und Kritikern gleichermaßen, große Beachtung.

Zwischen ihren großen Romanen schreibt sie mitunter Erzählungen, in denen sie ihrer thematischen Auswahl doch stets die Treue hält: Die alltägliche Realität der Protagonisten wird durch ein unvorhergesehenes Ereignis zutiefst erschüttert und löst sich im weiteren Verlauf durch philosophische Erkenntnisse des Selbst und oftmals magischer Momente auf. Wo ein Paolo Coelho gerne kurz den Plot verlässt, um einen Ausflug ins Land der sinnerfüllten Esoterik zu unternehmen, vermittelt Ahern ihre Botschaften unaufgeregt und weniger belehrend. Mit dem Charme einer besten Freundin erzählt sie vom Leben aus einer besonderen Sichtweise und versteht es dabei, diesen Funken Magie glaubwürdig zu vermitteln.

Ihr neues Buch „Solange du mich siehst“ besteht aus zwei Kurzgeschichten, die beide die Fragen aufwerfen, was Vergangenheit für uns bedeutet und ob die Zukunft beeinflussbar ist und sein darf. Die erste Erzählung „Das Lächeln der Erinnerung“ berichtet von einem Mann und seiner Erfindung: Eine Maschine, mit der er das Andenken an die Vergangenheit der Menschen verändern kann. Erst durch die Reflektion seiner eigenen Erinnerungen gerät er in einen Konflikt, der sich und die Erfindung in Frage stellt. Der zweite Teil des Buches, „Das Mädchen im Spiegel“, zeigt „Lila“ als Kind und kurz vor ihrer Hochzeit achtzehn Jahre später. In einer Zeit, in der die Gedanken um eine gemeinsame Zukunft kreisen, wird sie durch eine schockierende Entdeckung hinter einem schwarz verhängten Spiegel im Haus ihrer Großmutter in ihre Vergangenheit zurück versetzt. In „Solange du mich siehst“ zeigt Ahern eine düstere Facette von sich, doch bedient sich dabei ihrer unverwechselbaren romantisch-erzählenden Handschrift, für die sie ihre Fans lieben und die auch viele neue Leser begeistern wird.


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