Die Bücherdiebin – Unser Filmtipp

Die BücherdiebinSämtliche Filmproduktionen des Auslands, die sich auf Deutschland beziehen und internationales Aufsehen erregen, hängen auf irgendeine Art und Weise mit den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus zusammen. So war das bei „Schindlers Liste“ und „Operation Walküre“ und so ist es beispielsweise auch beim aktuell zu sehenden „Monuments Men“. Das Thema scheint bei weitem noch nicht komplett erzählt, denn auch „Die Bücherdiebin“, eine filmische Adaption von Markus Zusaks international erfolgreichem Jugendroman, zeigt uns die Zeit rund um den Zweiten Weltkrieg auf der Kinoleinwand. Anders als die benannten Werke, die allesamt einen wahren Kern haben, entspringt die Geschichte reiner Fiktion. Allein ihr Rahmen aber erinnert an die früheren, definitiv dunklen Tage.

Die Bücherdiebin – Eine Geschichte im Nationalsozialismus

2005 sorgte der Deutsch-Australier Markus Zusak mit seinem Roman „Die Bücherdiebin“ für Aufsehen. Über die Zeit des Zweiten Weltkriegs hat er von seiner deutschen Mutter und seinem österreichischen Vater erfahren. Es müssen detailgetreue Berichte gewesen sein, denn auch in der von Regisseur Brian Percival verfilmten Version ist der Nationalsozialismus äußert präsent. Der antisemitische Hass ist nicht nur in den Akteuren von SS und SA zu spüren, den gesamten Film über wehen unglaublich viele Nazi-Flaggen durch das Bild. In diese Szenerie betten Zusak und nun auch Percival die Geschichte der kleinen Liesel Meminger (Sophie Nélisse) ein. Diese ist schon in jungen Jahren mit allen Übeln des Lebens konfrontiert worden. Der Vater ist gestorben, die Mutter gibt sie und den kleinen Bruder zu einer Pflegefamilie, wobei der Junge den Weg nicht überlebt. Während Liesel zu Vater Hans (Geoffrey Rush) ein gutes Verhältnis hat, scheint sie zu Mutter Rosa (Emily Watson) keinen Zugang zu finden. Ihre Eingewöhnungsprobleme ändern sich mit der Freundschaft zum Nachbarn Rudy (Nico Liersch). Es ist ihr erster Zugang im fiktiven Münchner Vorort Molching.

Die Bücherdiebin – Der Tod lauert an jeder Ecke

Das Besondere an Zusaks Werk ist es, dass als Erzähler der Tod fungiert. Zwar gerät dieser in der Verfilmung ein wenig in den Hintergrund, präsent bleibt der Tod aber dennoch. Das Hauptgeschehen konzentriert sich auf das Jahr 1939, die Gräueltaten der Nazis werden schlimmer. Familie Hubermann nimmt den jüdischen Flüchtlingsjungen Max (Ben Schnetzer) bei sich auf. Während das für die Familie große Gefahren birgt, ist er für Liesel eine weitere enge Bezugsperson. Gleichzeitig beginnt sie, immer mehr literarisches Gut zu horten. Auf mehr oder weniger legale Weise sammelt sie Bücher – „Faust“, ein „Handbuch der Totengräber“ und am Ende sogar „Mein Kampf“. Sie wächst heran und trotzt allen kriegerischen Ereignissen der Zeit. So drängt sich ihre Entwicklung mehr in den Vordergrund und lässt die grausame Phase des Zweiten Weltkrieges mehr und mehr zur Schablone wachsen, auf der es vorrangig um ihre Person geht. Dass Percival das Ganze dank hollywooderfahrener Schauspieler wie Rush („Fluch der Karibik“) oder Watson („Gefährten“) sowie dem Soundtrack des legendären John Williams (fünf Oscars und insgesamt 49 Nominierungen) perfekt inszeniert, macht „Die Bücherdiebin“ zu unserem Kinotipp der Woche.

 


Leider gibt es noch keine Kommentare Schreib den ersten!
Kommentar schreiben

Folge buecher.de bei Twitter