Buch-Tipp : „Blackout. Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg

Zukunftshorrorvisionen gibt es seit dem Maya-Kalender und vermutlich auch darüber hinaus. Was passiert, wenn Super-Vulkane explodieren, Tornados das Land verwüsten oder das Meer mit seinen Bewohnern zurückschlägt, hat die literarische Recherche mehrfach eindrucksvoll in Worte gepackt. Finster wird es, wenn reale Bedrohungen beschrieben werden, die das Leben vor der eigenen Haustür ins Chaos stürzen. Der österreichische Autor Marc Elsberg kombiniert die vorherrschende Terror-Panik mit schauriger Endzeitstimmung und lässt den Leser in „Blackout. Morgen ist es zu spät“ nach und nach erkennen, dass sich der Komfort und Luxus der zivilisierten, globalisierten Welt in fremder Hand in eine tödliche Waffe verwandeln kann.

Morgen ist es zu spätDer italienische Informatiker Piero Manzano entdeckt einen vermeintlichen Hackerangriff, der ganz Europa über Nacht der Elektrizität beraubt. Seine Bemühungen, die Behörden über seine Entdeckung aufzuklären, scheitern anfänglich. Plötzlich gerät er selbst in den Fokus der Ermittlungen und muss dubiose, belastende E-Mails aus seinem Postfach erklären, deren Herkunft er nicht kennt. Seine besonderen Computerkenntnisse nutzt Manzano erfolgreich und nimmt mittels der E-Mails eine erste Spur auf. Europol-Kommissar Bollard findet in ihm einen überaus nützlichen Berater und bindet ihn in die laufenden Ermittlungen mit ein. Während Manzano sich langsam in eine beteiligte Ermittlerin verliebt, kämpft die Erde mit ihrem nahenden Untergang, denn neben kurzfristig überbrückbaren Hindernissen droht der atomare Super-Gau.

Die ausgezeichnete Recherche Elsbergs schafft ein reales Gefühl von Gefahr beim Leser, das selbst nach der letzten Seite im Kopf verbleibt. Der erarbeitete Fortschritt von heute ist ein brüchiges Kartenhaus, dessen tragende Kräfte angreifbar sind. Im November 2011 berichtete beispielsweise „Die Presse“ von einem bevorstehenden Totalausfall der Stromversorgung Österreichs, der bis heute nicht eindeutig abgewendet ist. Elsberg beantwortet die hypothetische Frage nach einer Welt ohne Computer und Kommunikationsnetz. „Strom ist wie Blut im menschlichen Körper…“, erklärt er und schlussfolgert „… – beide müssen fließen, sonst bricht das jeweilige System zusammen.“ Ein System bedingt zumeist viele Andere: So wäre auch die Bereitstellung von Wasser und Lebensmitteln bis ins Extrem erschwert und Krankheiten könnten nicht in der Weise behandelt werden, wie es mit Strom möglich wäre. Der gelungene Mix aus gesammelten Fakten und spannender Geschichte wirkt wie ein besser geschriebener Zeitungsbericht aus der Zukunft, dessen fast 800 Seiten schwitzende Hände und nervöse Nächte provozieren. Verfilmung sehr wahrscheinlich…


Ein Kommentar zu “Buch-Tipp : „Blackout. Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg” Eigenen verfassen
  1. Gülseven

    Bin immer wieder auf der Suche nach neuen und interessanten Büchern. Vielleicht ist das ja auch was für mich. Klingt jedenfalls sehr interessant.

    30.03.2012
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