Die Boxtrolls – Unser Filmtipp

Die BoxtrollsHeutzutage wird oftmals moniert, dass die Kinder und Jugendlichen keinen Zugang mehr zur Geschichte haben. Das ist in vielen Bereichen wirklich so der Fall, hat aber auch erklärbare Gründe. Pauschalisierend gesagt liegt es daran, dass die Themen einfach nicht zeitgerecht problematisiert werden. Dabei gibt es gerade im kulturellen Sektor jede Menge Raum, um dies zu bewerkstelligen. Neuestes Beispiel dafür ist „Die Boxtrolls“, eine Abenteueranimation, bei der es vor allem auch um den Umgang mit Minderheiten geht. Beachtet man die Regiearbeit von Graham Annable und Anthony Stacchi als Erwachsener, werden durchaus Erinnerungen wach. Die Kids hingegen werden in erster Linie von den Fabelwesen begeistert sein. Die ganze Familie bekommt letztlich einen tollen Kinofilm geboten, der das Resultat einer äußerst detailtreuen Arbeit darstellt.

Die Boxtrolls – Lustige Kerlchen als Sündenbock

Die verwinkelten Gassen von Cheesebridge scheinen mehr und mehr zu einem unsicheren Ort geworden zu sein. Vermehrt verschwinden Babys. Bei den Übeltätern soll es sich um kleine Kobolde in Pappkartons, „Die Boxtrolls“, handeln. Der selbsternannte Schädlingsbekämpfer Nummer Eins, Archibald Snatcher (engl. Ben Kingsley, dt. Joachim Tennstedt), möchte die Stadt reinigen. Er bietet dem Bürgermeister Lord Portley-Rind (Jared Harris, Holger Mahlich) die Lösung des Problems an, will im Gegenzug nur zu einem weißen Hutträger werden und somit der örtlichen Oberschicht angehören. Sein Plan scheint aufzugehen, weil sich auch innerhalb der gesellschaftlichen Kreise der Zorn über das Treiben der Plagegeister verfestigt hat. Winnie (Elle Fanning, Jodie Blank), die Tochter des Bürgermeisters, geht als kleines Mädchen da etwas unbefangener heran und entdeckt, dass Snatcher nicht ganz unschuldig an der Situation ist.

Die Boxtrolls – Talentierte und liebenswerte Wesen

Gemeinsam mit Eggs (Isaac Hempstead Wright, Patrick Baehr) trifft sie „Die Boxtrolls“, bei denen der Junge einst aufgewachsen ist. Anders als angenommen sind sie gar nicht jene Bösewichte, für die sie gehalten werden, sondern sogar richtig liebenswert. Aus Abfall basteln sie die verschiedensten Dinge, in einigen von ihnen schlummern richtige Konstruktionstalente. Drollig sind sie durch die Bank weg, was nicht zuletzt auch an ihrer lustigen Sprache und der Tatsache liegt, dass sie stets nur mit einem Karton bedeckt herumwandeln. Zurückgehend auf einen  Roman von Elizabeth Cody Kimmel konnten die Macher so einen tollen Film herauszaubern, in welchem die kleinen Kerlchen an die Minions erinnern, die Struktur mit einem klaren Bösewicht, der ihnen gegenübersteht, auch ein wenig an „Die Schlümpfe“. Da sich keiner von ihnen so wirklich in den Vordergrund spielt und aus besagtem Hintergrund, zeigt der Film „Die Boxtrolls“ aber einmal mehr, was bei massenhaftem gesellschaftlichen Wahn geschehen kann.

 


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